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Expo 2027: Ostschweiz verpasst Chance

FDP nimmt Stellung zur kantonalen Abstimmungsvorlage

Enttäuscht nimmt die FDP des Kantons St.Gallen das klare Nein der St.Galler und Thurgauer Bevölkerung zum Sonderkredit für die Machbarkeitsstudie zur Expo 2027 in der Ostschweiz zur Kenntnis. Die latente Skepsis in Bezug auf die Kosten und mögliche Risiken wogen letztlich schwerer als die Aussicht auf eine attraktive Plattform, auf der sich die Ostschweiz dem Rest des Landes als dynamische Region hätte präsentieren können.

St.Gallen, 05.06.2016 | Für 9,5 Mio. Franken hätten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Kantone Thurgau und St.Gallen heute gemeinsam den Auftrag erteilen können, um die weitere Planung für eine Landesausstellung in der Ostschweiz im Jahr 2027 zu konkretisieren. Auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie respektive auf der Basis gesicherter Informationen hätten die Ostschweizer Stimmberechtigen in rund drei Jahren im Rahmen einer zweiten Volksabstimmung definitiv entschieden können, ob sie Gastgeberin einer Landesausstellung sein möchte oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist das heutige Verdikt als ein Grundsatzentscheid zu einer Expo in der Ostschweiz zu interpretieren. Das Volk will nicht. Aus Sicht der Befürworter gilt es dies zu akzeptieren; es bleibt die enttäuschende Erkenntnis, dass in der Ostschweiz Projekte, die bezüglich ihrer Ambitionen über das Mittelmass hinausragen, offensichtlich nicht mehrheitsfähig sind.

Verpasste Chance

Die Durchführung einer Expo hätte dem gesamten Landesteil wesentliche Impulse hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung, Infrastruktur, Wirtschaftsentwicklung und kulturellen Aktivitäten bringen sollen. So gesehen stellt das heutige Nein eine vertane Chance dar, die über die Grenzen der Ostschweiz hinaus wahrgenommen wird. Gemessen an der Tatsache, dass sich insbesondere der Kanton St.Gallen vom Bund in Infrastrukturfragen oftmals vergessen fühlt, sendet die Region mit dem heutigen Abstimmungsergebnis ein eigenartiges Signal aus.