Category Archives:Home

FDP bedauert die Einführung einer «Verhüllungserlaubnis»

III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz überdeutlich angenommen

Eine überdeutliche Mehrheit befürwortet im Kanton St.Gallen den III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz («Verhüllungsverbot») und führt damit im eigentlichen Sinne eine «Verhüllungserlaubnis» ein. Die FDP bedauert diese Entscheidung. Die neue Bestimmung wird zu keiner einzigen Verurteilung führen und fördert die Verhüllung sogar gesetzlich. Das Frustrationspotential in der Bevölkerung ist deshalb riesig.

Die St.Galler Bevölkerung wurde heute für drei eidgenössische und eine kantonale Abstimmungsvorlage an die Urnen gerufen. Überaus deutlich stimmten die St.Gallerinnen und St.Galler dem III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz («Verhüllungsverbot») zu. Diese Entscheidung bedauert die FDP. Das neue Gesetz birgt ein hohes Frustrationspotential: Die Stimmberechtigten haben heute einem vermeintlichen Verhüllungsverbot zugestimmt, dabei handelt es sich jedoch um eine Vorschrift, die nicht durchsetzbar ist und zu keiner einzigen Verurteilung führen wird.

Hohes Frustrationspotential

Mehr noch: Mit der neuen Regelung ist die Verhüllung zukünftig sogar gesetzlich erlaubt, solange man nicht den religiösen oder gesellschaftlichen Frieden oder die öffentliche Sicherheit bedroht. Dies bei allfälligen Vorkommnissen der Bevölkerung zu erklären, wird die noble Aufgabe derjenigen sein, die dieses Gesetz im Kantonsrat durchgedrückt und bessere Vorschläge der FDP in den Wind geschlagen haben. Damit hat der Kantonsrat die Ängste der Bevölkerung nicht ernst genommen und eine Scheinlösung gezimmert, die niemandem etwas bringt. Die FDP hat für ein anderes Resultat gekämpft, sowohl im Kantonsrat als auch bei der öffentlichen Diskussion im Vorfeld der Abstimmung. Nun hat die Bevölkerung anders entschieden – das gilt es zu akzeptieren.

Klare Abfuhr an Agrar-Sozialismus

Erfreulicherweise haben die St.Gallerinnen und St.Galler der «Fair-Food-Initiative» sowie der «Initiative für Ernährungssouveränität» eine klare Abfuhr erteilt. Beide Initiativen hätten zur Bevormundung grosser Teile der Bevölkerung geführt und immense Kosten verursacht, insbesondere bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Einmal mehr zeigt sich, dass sozialistische Ideen in der Schweiz nicht auf fruchtbaren Boden fallen – auch nicht im Agrar-Bereich.

Medienmitteilung downloaden

Verkehrspolitik ist auf Kurs

Schlussbilanz der FDP zur Septembersession

Der Kantonsrat führte eine lange und intensive Debatte zur Verkehrspolitik. Die verschiedenen Projekte sind nach Auffassung der FDP grossmehrheitlich auf Kurs. Bedauert wird die Entscheidung, dass die Einnahmen aus Verkehrsbussen zukünftig nicht dem Strassenbau zugeführt werden. Zugestimmt hat die FDP dem Sanierungsprojekt des Bibliotheksgebäudes an der HSG sowie dem Bericht zur Fachhochschule. Eine Spitaldebatte fand aus Zeitgründen nicht statt – obwohl das Thema den Menschen im Kanton unter den Fingernägeln brennt.  

Der zweite und dritte Sessionstag standen ganz im Zeichen der Verkehrspolitik. Die Beschlüsse im Rahmen der langen und intensiven Debatte zur Gesamtverkehrsstrategie, des Kantonsratsbeschlusses über das 6. öV-Programm für die Jahre 2019 bis 2023, des Kantonsratsbeschlusses über das 17. Strassenbauprogramm für die Jahre 2019 bis 2023 sowie des Kantonsratsbeschlusses über den Kantonsstrassenplan fielen grossmehrheitlich erfreulich aus. Trotz der vielen Attacken von Links setzte der Rat klare Zeichen für zukünftige Projekte und eine zeitgemässe Verkehrsinfrastruktur, die alle Verkehrsträger gleichermassen berücksichtigt.

Verkehrsbusse nicht zugunsten Strassenfonds

Die FDP begrüsste insbesondere den Entscheid, dass neue Bushaltestellen zukünftig auch als separate Busbuchten realisiert werden. Die FDP bedauert aber, dass die Erträge aus Verkehrsbussen, die sich aufgrund von Verstössen gegen das Strassengesetz ergeben, nicht dem Strassenfonds gutgeschrieben werden. Ebenfalls zugestimmt hat die FDP dem Antrag, der den Personalaufwand im Tiefbauamt zur Umsetzung des 17. Strassenbauprogramms und der Agglomerationsprojekte ab 2020 jährlich durch Mittel aus dem Strassenfonds um 1 Million Schweizerfranken erhöhte.

Fachhochschulbericht wird begrüsst

Ebenfalls diskutiert wurde der Bericht «Vorbereitung der neuen Fachhochschule Ostschweiz». Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die von den Regierungen der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein vorangetriebene gemeinsame Trägerschaft die richtige, formatgerechte Basis ist. Für die Organisation der neuen Schule ist klar das Modell mit Fachdepartementen, das zudem die Leitung der Schulstandorte mit der Leitung eines Fachbereichs kombiniert, richtungsweisend. Diese Organisation stärkt die Marktfähigkeit sowohl der Schulstandorte als auch der Gesamtschule.

Bibliotheksgebäude unbestritten

Die FDP ist sich der positiven nationalen und internationalen Ausstrahlung der Universität St.Gallen bewusst. Die Universität St.Gallen ist ein entscheidender Standortfaktor und schafft Wertschöpfung für die ganze Region. Diese gilt es beizubehalten oder besser: zu stärken. Dazu braucht es aber auch eine zeitgemässe Infrastruktur. Nicht nur renommierte Professorinnen und Professoren sowie erfolgreiche Studienabgängerinnen und -abgänger, sondern auch die äussere Erscheinung prägen den Eindruck einer Lehranstalt. Eine moderne Universität steigert die Attraktivität der Ostschweiz als Ganzes. Die FDP hat die Bauvorlage deshalb unterstützt.

Keine Spitaldebatte

Aufgrund von Zeitmangel fand keine Debatte zu den behandlungsreifen parlamentarischen Vorstössen zur Spitalpolitik statt. Die FDP wollte gegen Ende der Mittwochssitzung andere Fraktion davon überzeugen, den Sessionstag dafür zu verlängern. Aus Sicht der FDP hätte dieses für die Bevölkerung enorm wichtige Thema vom Rat zumindest kurz andiskutiert werden sollen. Leider fand sich dafür keine Mehrheit. Die FDP ist der Überzeugung, dass bei der aktuellen Gesundheitschefin der Mut und die Einsicht fehlt, das Notwendige zu tun und sich in diesem Zusammenhang Fragen zur fehlenden Führungsverantwortung von Regierungsrätin Heidi Hanselmann und zur Realitätsverweigerung im Gesundheitsdepartement stellen. Darauf hätte die Fraktion gerne hingewiesen.

Listennummern und Sozialhilfe im Asylbereich

Durchzogene Bilanz des ersten Sessionstags

Der Kantonsrat beharrt beim Gesetz über Wahlen und Abstimmungen ohne eigentliche inhaltliche Diskussion auf dem in erster Lesung beschlossenen, komplizierten und staatspolitisch problematischen Verfahren bei der Vergabe von Listennummern. Beim Sozialhilfegesetz folgt der Rat dem von der FDP-Fraktion angestossenen, überparteilich eingereichten Antrag zur Sozialhilfe im Asylwesen. Zu Beginn der Session wurden Susanne Vincenz-Stauffacher und Raphael Frei als Mitglieder des Kantonsrates vereidigt.

Im Rahmen der zweiten Lesung des Gesetzes über Wahlen und Abstimmungen hat die FDP-Fraktion gemeinsam mit der SP-Grünen-Fraktion einen Rückkommensantrag betreffend die Regelung bei der Vergabe bei Listennummern gestellt. Der Kantonsrat hatte in erster Lesung beschlossen, ein kompliziertes und staatspolitisch fragwürdiges, neues System einzuführen. Dieses neue System bevorzugt klar die bereits im Parlament vertretenen Parteien und schafft grosse Rechtsunsicherheit im Vorfeld von Wahlen. Leider hat der Kantonsrat den Rückkommensantrag knapp abgelehnt und sich damit einer materiellen Diskussion der entsprechenden Bestimmung verweigert. Damit wurde das bereits in erster Lesung beschlossene System zum grossen Bedauern der FDP-Fraktion bestätigt.

Klare Verhältnisse bei Sozialhilfe im Asylwesen

Der Kantonsrat hat heute in erster Lesung den V. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz beraten. Die FDP-Fraktion trieb im Bereich der Sozialhilfe im Asylwesen (Art. 6ter) einen überparteilichen Antrag voran, der den ursprünglichen Entwurf der Regierung präzisiert und klare Verhältnisse in der Zuständigkeiten der Betreuung von Asylsuchenden durch Kanton und Gemeinden schafft. Der Kantonsrat ist dem Antrag grossmehrheitlich gefolgt. Zudem setzte sich die FDP erfolgreich dafür ein, dass bei der Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien auch zukünftig die Gemeinde am zivilrechtlichen Wohnsitz der Eltern für das Schulgeld aufkommt und nicht – wie von der Regierung vorgeschlagen – die Schulgemeinde am Ort der Beschulung.

Frischer Wind für den Kantonsrat

Die beiden verdienten Kantonsräte Reinhard Rüesch und Jürg Bereuter haben im Juni ihren Rücktritt bekanntgegeben. Der Augenarzt und heutige stellvertretende Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen, Dr. med. Reinhard Rüesch, wurde 2000 in den Kantonsrat gewählt und präsidierte in den Jahren 2011 bis 2016 die FDP-Fraktion. Reinhard Rüesch prägte die St. Galler Politik und die FDP-Fraktion sehr nachhaltig und insbesondere in der Gesundheits- und Finanzpolitik. Unvergessen bleiben seine pointierten und humorvollen Wortmeldungen, die immer das Wesentliche auf den Punkt gebracht und Beachtung weit über die Fraktionsgrenzen erhalten haben.

Juristisches Know-how gepaart mit sozialem Engagement

Für ihn ist heute Rechtsanwältin Susanne Vincenz-Stauffacher aus Abtwil nachgerückt. Sie ist zudem Ombudsfrau Alter und Behinderung für den Kanton St.Gallen sowie die beiden Appenzell und engagierte sich bereits seit vielen Jahren für die FDP, u. a. als Vizepräsidentin der Kantonalpartei.

Kantonalpräsident nun im Kantonsrat

Ab 2004 wirkte Rechtsanwalt Jürg Bereuter für die FDP aus der Region Rorschach im Kantonsrat als zuverlässiger Schaffer, dies vielfach als Präsident einer vorberatenden Kommission, und mit hoher Sachkompetenz in den Bereichen des Baurechts, der Sicherheitspolitik sowie der Verkehrspolitik. Darüber hinaus war er Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission sowie der Rechtspflegekommission. Für ihn rutscht Raphael Frei aus Rorschacherberg nach. Der Schulleiter Frei war jahrelang Präsident der FDP Region Rorschach und ist seit vorletztem Jahr Präsident der FDP-Kantonalpartei. Des Weiteren engagiert er sich als Präsident der IG Mobil, die sich für den Autobahnanschluss Witten einsetzt.

Juristisches Know-how gepaart mit sozialem Engagement

Susanne Vincenz-Stauffacher neu im Kantonsrat

Reinhard Rüesch übergibt nach 18 Jahren sein Amt als Kantonsrat. Seine Nachfolge tritt Susanne Vincenz-Stauffacher an, die langjährige Erfahrung aus zahlreichen Tätigkeiten und Engagements in den Kantonsrat trägt.

Der Augenarzt und heutige stellvertretende Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital St.Gallen, Dr. med. Reinhard Rüesch, wurde 2000 in den Kantonsrat gewählt und präsidierte in den Jahren 2011 bis 2016 die FDP Fraktion. Reinhard Rüesch prägte die St.Galler Politik und die FDP Fraktion sehr nachhaltig und insbesondere in der Gesundheits- und Finanzpolitik. Unvergessen bleiben seine pointierten und humorvollen Wortmeldungen, die immer das Wesentliche auf den Punkt gebracht und Beachtung weit über die Fraktionsgrenzen erhalten haben. Er ist auf Ende der Junisession zurückgetreten.

Bildung, Wirtschaft und Gleichstellung

Für ihn rückt Susanne Vincenz-Stauffacher in den Kantonsrat nach. Vincenz-Stauffacher ist seit 1993 als selbstständige Rechtsanwältin und öffentliche Notarin tätig und führt eine eigene Kanzlei in St.Gallen. Fast genauso lange ist sie für die FDP aktiv. Seit 1996 bekleidete sie diverse Vorstandspositionen in der FDP Abtwil-St.Josefen – später FDP Gaiserwald – und war Parteileitungsmitglied und Vizepräsidentin der FDP des Kantons St.Gallen. Sie will sich im Kantonsrat «für erstklassige Bildung, ein gesundes Wirtschaftswachstum, eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung, die Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf» einsetzen.

Soziales Engagement auf vielen Ebenen

Die engagierte Abtwilerin ist Präsidentin der Stiftung Opferhilfe SG-AR-AI sowie Ombudsfrau Alter und Behinderung. Als Vizepräsidentin des Vereins Hölzli unterstützt Vincenz-Stauffacher zudem die soziale, schulische und berufliche Eingliederung junger Menschen mit anspruchsvollen Lebensumständen. „Ich bin mir bewusst, dass mit diesem Mandat einiges an Arbeit auf mich zukommt. Ich bin aber sehr motiviert, meine beruflichen und persönlichen Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen und damit meinen Beitrag für unseren Kanton St. Gallen zu leisten“, so Vincenz-Stauffacher.

Carl Yannick Weber, Mitarbeiter Geschäftsstelle FDP.Die Liberalen St.Gallen

Keine komplizierten Verfahren bei Listennummern

FDP-Fraktion bereitet Septembersession vor

Die FDP-Fraktion will beim Gesetz über Wahlen und Abstimmungen keine Änderung des Systems bei der Vergabe von Ordnungsnummern bei Wahllisten. Der Kantonsrat hatte in erster Lesung ein kompliziertes und problematisches Vorgehen beschlossen. Beim Sozialhilfegesetz will die Fraktion der Regierung im Bereich der Aufgabenübernahme im Asylbereich keine zusätzlichen Kompetenzen übertragen.

Die Kantonsratsfraktion der FDP traf sich am Samstag, 08. September 2018, in den Räumlichkeiten der Georg Bucher AG in Widnau zur Vorbereitung der Septembersession. Im Rahmen der zweiten Lesung des Gesetzes über Wahlen und Abstimmungen wird die FDP-Fraktion eine Rückkommensantrag betreffend Ordnungsnummern bei Wahllisten (Art. 42 Abs. 2) stellen. Die in erster Lesung beschlossene Vergabe der Ordnungsnummern nach den Stimmanteilen einer Liste, die im entsprechenden Parlament vertreten ist, führt zu verschiedenen praktischen Problemstellungen und Unklarheiten. Für die Verwaltung besteht ein erheblicher Auslegungsspielraum, was die Rechtssicherheit deutlich beeinträchtigt. Aus Sicht der FDP-Fraktion sollte auf dieses zusätzliche Risiko für Rechtsstreitigkeiten im Rahmen der Vorbereitung von Wahlen verzichtet werden.

Staatspolitisch bedenklich

Des Weiteren führt das Verfahren zu zahlreichen nicht vergebenen Ordnungsnummern, was für die Stimmberechtigten die Übersichtlichkeit erschwert. Zudem stellt die neu angedachte Vergabe von Listennummern eine weitere Bevorzugung der im Parlament vertreten Parteien dar, was staatspolitisch bedenklich ist. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Beschlüsse in erster Lesung zu einem überkomplizierten, administrativ aufwändigen und undurchsichtigen Verfahren führen, das die Rechtssicherheit bei der Vorbereitung von Wahlen vermindert. Durch die Vergabe der Ordnungsnummern nach zeitlichem Eingang ab Stichtag stünde ein einfaches und klares Verfahren zur Verfügung, das sich grundsätzlich bewährt hat. Deshalb beantragt die FDP-Fraktion, am ursprünglichen Entwurf der Regierung festzuhalten.

Keine Kompetenz für die Regierung

In Zusammenhang mit dem V. Nachtrag zum Sozialhilfegesetzt hat die FDP-Fraktion insbesondere die Anträge der vorberatenden Kommission diskutiert. Die Fraktion wird beantragen, Art. 6ter Abs. 2 aus dem Gesetz zu streichen. Mit dem neuen Gesetzesartikel könnte der Kanton in eigenem Namen und Auftrag die in der Verordnung festgelegten Aufgaben wahrnehmen, d. h. die strikte kommunale Zuständigkeit wird aufgegeben. Das lehnt die FDP ab. Die bisherige Praxis der Gemeindezuständigkeit hat sich bewährt.

Nicht kalkulierbare Kosten für Schulträger

Des Weiteren wird die FDP-Fraktion im Rahmen derselben Vorlage bei der Änderung von Art. 53ter Abs. 1 des Volksschulgesetzes am ursprünglichen Entwurf der Regierung festhalten. Die Fraktion ist der Überzeugung, dass Schulgelder für Kinder in Pflegefamilien – wie das die Regierung vorschlägt – von den Schulträgern des zivilrechtlichen Wohnsitzes finanziert werden muss. Eine Überwälzung der Kosten auf den Schulträger am Ort des Unterrichts führt zu hohen und nicht gerechtfertigten Kosten bei denjenigen Gemeinden, in denen Pflegefamilien die Betreuung von Kindern übernehmen. Die weiteren Anträge der vorberatenden Kommission fanden die Zustimmung der Fraktion. Die Vorlage zum Bibliotheksgebäude sowie den Bericht „Vorbereitung der neuen Fachhochschule Ostschweiz“ werden durch die Fraktion unterstützt. Die weiteren Geschäfte der Septembersession werden an der Fraktionssitzung am ersten Sessionstag diskutiert.

Denkpause für Altstätten

Am 11. Juni 2018 reichte die FDP-Fraktion eine Interpellation ein (51.18.65), die sich nach ausgebliebenen Sofortmassnahmen bei Spitalbauprojekten erkundigte. In ihrer Antwort vom 28. August 2018 verweigert die Regierung einmal mehr klare Aussagen. Inakzeptabel ist aber insbesondere der letzte Satz in der Antwort zu Frage 4: ‹Ausserdem war und ist das Bauvorhaben am Spital Altstätten durch Einsprachen blockiert. Die Frage von Sofortmassnahmen für das Bauvorhaben am Spital Altstätten stellt sich deshalb aktuell noch nicht.› Wenige Tage später gab die Stadt Altstätten bekannt, dass die Einsprachen vom Tisch und die Baubewilligung erteilt sei. Die Frage nach Sofortmassnahmen stellte sich also dringend. Nicht nur beim Spital Wattwil, sondern auch beim Spital Altstätten ist nun eine Denkpause notwendig. Da die Fraktion davon ausging, dass die Regierung zum Zeitpunkt der Beantwortung bereits von der Erteilung der Baubewilligung wusste, war eine dringliche Interpellation geplant. Da nunmehr der Verwaltungsrat auch beim Spital Altstätten bereits eine Denkpause angekündigt hat, verzichtet die Fraktion auf die Einreichung besagten Vorstosses.

Steuern für Unternehmen senken

In Zusammenhang mit den Kommissionsbestellungen diskutierte die Fraktion bereits zwei Vorlagen der Novembersession. Beim X. Nachtrag zum Steuergesetz (Umsetzung Steuervorlage 17) bekräftige die Fraktion nochmals die bereits in der Vernehmlassung gestellten Forderungen, nämlich die Senkung des Unternehmenssteuersatzes auf 13%, Senkung der kantonalen Mindeststeuer für Kapitalgesellschaften sowie Erhöhung des Versicherungsprämienabzugs sowie des Pendlerabzugs. Bezüglich der neuen Vorlage zum Klanghaus Toggenburg diskutierte die Fraktion nach einem kurzen Referat von Regierungsrat Marti Klöti erste Detailfragen in Zusammenhang mit dem neuen Finanzierungsmodell.

Vorbereitung der Septembersession im Gartencenter

FDP-Fraktion tagt in Widnau – oder eigentlich in Diepoldsau

Die FDP-Fraktion traf sich am Samstag in den Räumlichkeiten der Georg Bucher AG in Widnau. Neben der Beratung der Geschäfte der Septembersession fand eine Führung durch das Unternehmen statt. Begrüsst wurde die Fraktion von der Widnauer Gemeindepräsidentin Dr. Christa Köppel – obwohl der Sitzungsort eigentlich auf «Diepoldsauer Boden» lag.

Die Kantonsratsfraktion der FDP traf sich am Samstag, 08. September 2018, in den Räumlichkeiten der Georg Bucher AG in Widnau zur Vorbereitung der Septembersession. In seiner Begrüssung wies der Organisator der Sitzung, Kantonsrat Alexander Bartl, die Anwesenden darauf hin, dass man sich zwar postalisch in Widnau, politisch aber in Diepoldsau befinde. Ein Umstand, der noch von einigen Rednerinnen und Rednern humorvoll aufgegriffen wurde.

Kein kompliziertes Verfahren bei Listennummern

Im Zentrum der Beratungen der Geschäfte der Septembersession standen insbesondere das Gesetz über Wahlen und Abstimmungen sowie der V. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz. Die FDP-Fraktion will beim Gesetz über Wahlen und Abstimmungen keine Änderung des Systems bei der Vergabe von Ordnungsnummern bei Wahllisten. Der Kantonsrat hatte indes in erster Lesung ein kompliziertes und problematisches Vorgehen beschlossen. Beim Sozialhilfegesetz lehnt die Fraktion eine zusätzliche Kompetenzenübertragung an die Regierung hingegen ab. Konkret sieht die Vorlage eine weitere Aufgabenübernahme der Regierung im Asylbereich vor.

Gigantisches Projekt steht an

Im Anschluss an die Beratung der Geschäfte hielt die Widnauer Gemeindepräsidentin – quasi extraterritorial – eine kurze Ansprache und begrüsste die Fraktion sowie die Regierungsräte herzlich. Dabei sprach sie unter anderem das gigantische Grossprojekt Rhesi an, dessen Wichtigkeit und Ausmass sie mit der Rheinmelioration vor über 100 Jahren verglich. Sie überreichte dem Fraktionspräsidenten und den beiden Regierungsräten jeweils einen Einband mit Bildern des Rheines und der Rheinebene.

Georg Bucher – ein richtiger Patron

Bevor die Diskussionen schliesslich beim gemeinsamen Apéro weitergeführt wurden, stellte Gastgeber und Inhaber Georg Bucher sein Unternehmen vor. Das vor 60 Jahren gegründete Familienunternehmen beschäftigt heute zwischen 45 und 55 Mitarbeitende, wovon ca. 30 Personen in der Gartenbau-Abteilung tätig sind. Die Abteilung Pflanzencenter zählt ca. 18 Personen und die Verwaltung 5 Personen. Der heutige Patron, Georg Bucher, bereitet schon seit einiger Zeit die Übergabe des Unternehmens vor und zeigt damit grosses Verantwortungsbewusstsein den Mitarbeitenden sowie der Tradition des Unternehmens gegenüber. Beim anschliessenden Rundgang durch das Gartencenter und die Räumlichkeiten der Gartenbau-Abteilung zeigten sich die Freisinnigen ob der hervorragenden Arbeitsbedingungen und der innovativen Produkte sehr beeindruckt.

Starkes Doppelpack für die FDP-Fraktion

Frischer Wind für den Kantonsrat

Die FDP-Fraktion wird in der kommenden Septembersession mit zwei neuen Gesichtern aufwarten. Die beiden verdienten Kantonsräte Reinhard Rüesch und Jürg Bereuter haben ihren Rücktritt bekanntgegeben, um frischen Kräften Platz zu machen.

Der Augenarzt und heutige stellvertretende Chefarzt der Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen, Dr. med. Reinhard Rüesch, wurde 2000 in den Kantonsrat gewählt und präsidierte in den Jahren 2011 bis 2016 die FDP-Fraktion. Reinhard Rüesch prägte die St. Galler Politik und die FDP-Fraktion sehr nachhaltig und insbesondere in der Gesundheits- und Finanzpolitik. Unvergessen bleiben seine pointierten und humorvollen Wortmeldungen, die immer das Wesentliche auf den Punkt gebracht und Beachtung weit über die Fraktionsgrenzen erhalten haben.

Juristisches Know-how gepaart mit sozialem Engagement

Für ihn wird Rechtsanwältin Susanne Vincenz-Stauffacher aus Abtwil nachrücken. Sie ist zudem Ombudsfrau Alter und Behinderung für den KantonSt. Gallen sowie die beiden Appenzell und engagierte sich bereits seit vielen Jahren für die FDP, u. a. als Vizepräsidentin der Kantonalpartei.

Kantonalpräsident nun im Kantonsrat

Ab 2004 sass der Rechtsanwalt Jürg Bereuter für die FDP der Region Rorschach im Kantonsrat und wirkte als zuverlässiger Schaffer, dies vielfach als Präsident einer vorberatenden Kommission, und mit hoher Sachkompetenz in den Bereichen des Baurechts, der Sicherheitspolitik sowie der Verkehrspolitik. Darüber hinaus war er Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission sowie der Rechtspflegekommission. Für ihn rutscht Raphael Frei aus Rorschacherberg nach. Der Schulleiter Frei war jahrelang Präsident der FDP Region Rorschach und ist seit vorletztem Jahr Präsident der Kantonalpartei. Des Weiteren engangiert er sich als Präsident der IG Mobil, die sich für den Autobahnanschluss Witten einsetzt.

Die Fraktion heisst die beiden herzlich willkommen und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Thomas Percy, Mitarbeiter Geschäftsstelle

Absage an populistische Symbolpolitik

Scheinlösung für ein Scheinproblem

Der Kanton St.Gallen droht der erste Kanton in der Deutschschweiz mit einem Verhüllungsverbot zu werden. Kleidervorschriften gehören ins Mittelalter finden die Jungfreisinnigen und werben für ein NEIN zum Verhüllungsverbot.

Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit oder des religiösen oder gesellschaftlichen Friedens soll im Kanton St.Gallen das Übertretungsstrafgesetz um ein Verhüllungsverbot für den öffentlichen Raum ergänzt werden. Dass man die öffentliche Sicherheit durch das Verhüllen des Gesichts nicht gefährden darf, ist durchaus sinnvoll. Ebenso, dass sich betroffene Personen zwecks Identifikation bei Personenkontrollen oder der Verwaltung erkennbar machen müssen. Inwiefern ein Verhüllen «den religiösen oder gesellschaftlichen Frieden bedrohen oder gefährden» könnte, leuchtet jedoch nicht ein. Sich öffentlich zu einem Glauben zu bekennen, muss in einem freien Rechtsstaat zulässig sein. Jene gefährden den religiösen Frieden, die das für ausgewählte Religionen verbieten wollen.

Unnötige Scheinproblemlösung

Durch die Gesetzbestimmung nicht festgelegt ist, ob die Burka – um die es bei diesem Verhüllungsverbot im Wesentlichen geht – pauschal einen der drei aufgeführten Tatbestände erfüllt. Die Polizei muss im Einzelfall beurteilen, ob eine verhüllte Person die öffentliche Sicherheit gefährdet oder den religiösen oder gesellschaftlichen Frieden stört. Diese Praxis führt zu Unsicherheit bei den Betroffenen, der Polizei sowie der Bevölkerung und ist letztlich willkürlich. Dieses «Burkaverbot» ist daher eine Scheinlösung und hilft niemandem.

Komitee kämpf gegen Papiertiger

Die Jungfreisinnigen Kanton St. Gallen (JFSG) haben sich deshalb mit weiteren Jungparteien zum «Komitee gegen Verbotskultur» zusammengeschlossen. Gemeinsam kämpfen wir gegen dieses unnötige, nicht durchsetzbare Gesetz. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und empfehlen am 23. September ein NEIN zum Verhüllungsverbot.

Jan Bauer, Leiter Kommunikation JFSG

Das Recht muss gepflegt werden

Gedanken zur Rechtspflege

Die Rechtspflegekommission (RPK) als Aufsichtsgremium des Kantonsrates bewegt sich dabei immer im Spannungsfeld zwischen der Beachtung der Gewaltenteilung und der Pflicht, die dritte Gewalt im Staate zu beaufsichtigen. Gewisse ungute Entwicklungen in der Rechtspflege bedürfen einer baldigen Antwort durch den Gesetzgeber.

In einem weitherum beachteten Artikel hat Martin Lendi, emeritierter Professor für Rechtswissenschaften an der ETH Zürich und langjähriger Sekretär des Baudepartementes des Kantons St.Gallen (1961–1969), in der NZZ vom 10. Februar 2018 darauf hingewiesen, dass das Recht zu pflegen sei: «Das Recht lebt aus dem angemahnten Fundament heraus, konkret von der Rechtssicherheit und von der Änderbarkeit. Mithin bedarf es stets der rechts politischen/rechtskulturellen Fähigkeit zum Doppel von Berechenbarem und geordnetem Neu­-Werden. Selbst das Recht – zum Teil berechtigt – leidet. Von Normenflut, von Verrechtlichung ist despektierlich oder echt besorgt die Rede.»

Oft letztes Korrektiv

Die Rechtspflegekommission (RPK) nimmt sich der Pflege des Rechts immer wieder von neuem an – sie hält dabei aber Abstand zur täglichen, konkreten Rechtsprechung, beobachtet dagegen Entwicklungen des Rechts, der Judikative und ihrer Besetzung sorgfältig. Letzteres im Wissen, dass der Judikative gegenüber den beiden anderen klassischen Staatsgewalten eine besondere Funktion zukommt. Einmal abgesehen von allfälligen direktdemokratischen Korrekturmechanismen kann oft nur die Justiz Einhalt gebieten, wenn Legislative oder Exekutive rechtliche Schranken missachten. Dabei ist die Justiz auf eigenständige Stärke und Autorität angewiesen. Andererseits verleiht ihr das Privileg, Recht zu sprechen, nicht das Recht, in allem auch «Recht zu haben».

Justiz begleiten

Die Frage, wie weit die parlamentarische Oberaufsicht geht und zu gehen hat, ist dabei ein Dauerthema, insbesondere dann, wenn die Wut des Bürgers oder der Medien in Forderungen nach politischer Intervention in die Justiz mündet. Die kollektive Empörungsbereitschaft bedarf gerade in diesen Fällen einer klaren Antwort, die sich an wohldurchdachten Strukturen und Prozessen und letztlich an rechtsstaatlichen Abläufen und Grundsätzen orientiert. Die RPK nimmt in diesem Verständnis für den Kantonsrat die Oberaufsicht über die Justizbehörden wahr. Der Grundsatz der Gewaltenteilung setzt der Kontrolle der RPK enge Grenzen. Dennoch: Die Justiz ist als dritte Staatsgewalt auch nicht frei und ungebunden, sie muss ihrerseits sorgfältig begleitet und beobachtet werden.

Grundkompetenzen fördern

Mit Sorge beobachtet die Kommission die Ausbildung des juristischen Nachwuchses. Noch heute kann man z.B. an der HSG die Bachelor-Stufe von vier Semestern mit 120 Credits weitgehend ohne Verfahrensrecht abschliessen. Klarere Vorgaben an das Studium und ein höherer Stellenwert des Verfahrensrechtes wären aber zwingend und sollten auch in die Überlegungen des Schweizerischen Anwaltsverbandes zur Reform und gesamtschweizerischen Vereinheitlichung der Anwaltsprüfung einfliessen. Die Schulen vernachlässigen zudem das Erlernen der deutschen Sprache. An der HSG sprechen Professoren bereits von einem sekundären Illettrismus. Nicht nur sie, auch Gerichte und Anwälte beklagen sich vermehrt darüber. Es muss überlegt werden, ob nicht das Vorhandensein ausgezeichneter Deutschkenntnisse zur geprüften Voraussetzung für die Ausübung eines juristischen Berufes in unserem Kanton gemacht werden sollte.

Und der Mittelstand?

Der Gang zum Richter wird immer mehr erschwert. Wer unter dem Existenzminimum lebt, hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und ist von der Leistung von Vorschüssen sowie der sofortigen Bezahlung von Gerichtsgebühren befreit. Wer über entsprechende finanziellen Ressourcen verfügt, hat keine Probleme mit dem Zugang zum Richter. Der Mittelstand kann es sich dagegen kaum noch leisten, den Zivilrichter anzurufen. Unter Hinweis auf finanzpolitische Fragen wurden so etwa gesamtschweizerisch und im Kanton St.Gallen die Gerichtskosten erhöht und von den Gerichten eine gesetzlich so nicht vorgesehene Vorschusspflicht eingeführt.

Dr. iur. Walter Locher, Präsident der Rechtspflegekommission 2012–2018

Es geht um Leben und Tod

Gesundheitspolitik am Wendepunkt

Kein anderes Thema bewegt die Gemüter ähnlich wie die Gesundheitspolitik – genauer: die Spitalpolitik. Diesbezüglich drängt sich immer mehr die Frage auf, welche Gesundheitsversorgung wir uns zukünftig leisten möchten und ob wir bereit sind, offen und ehrlich über Strukturen zu sprechen.

In den nächsten Monaten oder sogar Jahren wird uns im Kanton St. Gallen ein Thema beschäftigen, das ganz direkt unsere Lebensqualität als Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes betrifft: Die Spitalpolitik. Der Aufschrei war gross, als der Verwaltungsrat der Spitalverbunde kommunizierte, dass Umnutzungen bestehender Akutspitäler denkbar sind. In der Bevölkerung, aber auch innerhalb unserer Partei hat diese Nachricht für Furore gesorgt. Unsere Fraktion im Kantonsrat hat aber seit Monaten mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass die Spitäler finanziell massiv in Schieflage geraten sind und Handlungsbedarf besteht.

1995 war es schon nicht anders

Die Mahnung unserer Fraktion kam aber keineswegs aus dem Nichts. Dass Handlungsbedarf besteht, ist schon viel länger bekannt. Bereits 1995 – ja, vor über 20 Jahren! – war klar, dass die heute immer noch bestehenden Strukturen keine Zukunft haben. Nur ging man nicht davon aus, dass es noch über 20 Jahre dauert, bis alle zu dieser Überzeugung gelangen: «Es wird aber für die politisch Verantwortlichen neu eine kontinuierliche Aufgabe sein, den notwendigen Bewusstseinswandel mitzugestalten. In diesem Sinne ist nach Auffassung des Experten die Spitalplanung 1995–2005 des Kantons St.Gallen kein Meilenstein, sondern Startpunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung.» Das Zitat stammt von Seite 18 des Begleitberichts der Regierung zur Spitalplanung 1995 vom 24. Oktober 1995 – entstanden unter Federführung des damaligen FDP-Gesundheitsdirektors Burkhard Vetsch. Ebenfalls bereits 1995 stand eine Lösung des Problems zur Diskussion, die uns in Anbetracht der 2018 geführten Debatte ebenfalls hellhörig werden lässt (S. 8): «Das Modell Zonenspitäler sieht eine Konzentration der heutigen acht Landspitäler auf vier Schwerpunktspitäler und ein Landspital vor. Diesem Modell liegt die Überzeugung zugrunde, dass langfristig nur Spitäler mit mindestens 200 Betten die fachlichen und finanziellen Anforderungen erfüllen und ein attraktives Leistungsangebot gewährleisten können.»

Abwahl als Damoklesschwert

Wir hatten als Bevölkerung bisher nicht den Mut, unsere Strukturen kritisch zu überdenken und die nötigen Schritte einzuleiten. Über der ganzen Diskussion bzw. über allen Volksvertreterinnen und vertretern hängt vermeintlich das Damoklesschwert der Abwahl. Die NZZ schrieb am 7. August 2018 in Bezug auf ähnliche Diskussionen in Zürich vor ebenfalls 20 Jahren treffend: «Und auch jenen Politikern, die lieber Eröffnungen feiern, als Schliessungen bekanntzugeben, könnte das Beispiel Mut machen. Denn Verena Diener wurde trotz diesem radikalen Schritt als Regierungsrätin wiedergewählt und hat nach ihrer Amtszeit auch noch den Sprung in den Ständerat geschafft. Wie das geht: ‹Man muss sich der Bevölkerung stellen und Überzeugungsarbeit leisten›, sagt sie.»

Heikle Mehrfachrolle

Bevor wir aber Überzeugungsarbeit leisten können, müssen wir uns gemeinsam darüber klar werden, was wir wollen. Bei der aktuellen Debatte sprechen alle von einzelnen Standorten, vom Schreckgespinst der Schliessung. Im Zentrum aber muss doch der Mensch stehen, die Qualität unserer Gesundheitsversorgung. Als Freisinnige sind wir der Auffassung, dass der Staat die Rahmenbedingungen festlegen muss, damit die Leistungserbringer ihre Aufgabe effektiv und effizient erfüllen können. Dabei müssen wir eigentlich nicht über einzelne Spitalstandorte sprechen, sondern uns bewusst machen, dass wir ein strukturelles Problem haben. Wir bemühen nochmals die NZZ, um darzustellen, wie unsere Gesundheitsversorgung heute organisiert ist: «Das Grundproblem dahinter ist, dass die Kantone in einer heiklen Mehrfachrolle stecken. Sie haben die Aufsicht über das Gesundheitswesen, sie legen im Streitfall Spitaltarife fest, übernehmen die Spitalplanung und mischen auch noch selbst im Markt mit. Man stelle sich vor, ein Fussballschiedsrichter würde bei einer WM-Partie eine der beiden Mannschaften coachen und sich dann auch gleich noch selbst als Spieler einwechseln. Fairplay sieht anders aus.»

Ehrlichkeit und Transparenz

Konsequenterweise müssten wir zuerst auch dieses Problem angehen, bevor wir grossartig über einzelne Standorte sprechen und Detailkonzepte entwerfen. Dieser Zug ist aber vermutlich abgefahren. So bleibt uns nichts anderes übrig, als damit zu arbeiten und das Beste für die Menschen in unserem Kanton rauszuschlagen – hoffentlich immer in Hinblick auf die Qualität und nicht hinsichtlich regionalpolitischer Befindlichkeiten. Und um nochmals den Bericht von 1995 zu Wort kommen zu lassen (S. 17): «Der aktuelle Widerstand gegen die Schliessung von Spitälern erinnert z. B. an den Widerstand in der Bevölkerung gegen die Aufhebung von bedienten Bahnstationen: Diese Stationen wiesen mangelnde Frequenzen auf – und ein Grossteil jener, welche sich gegen einen effizienteren Betrieb wehrten, hat die Bahn selten oder nie benutzt.» Es ist nun die dringende Aufgabe der kantonalen Politik, die Bevölkerung offen und ehrlich von der Notwendigkeit neuer Strukturen zu überzeugen. Strukturen, die dem medizinischen Fortschritt und dem geänderten Patientinnen­ und Patientenverhalten angepasst sind und höchste Qualität erst ermöglichen. Es geht um nichts weniger als um Leben und Tod.

Raphael Frei, Kantonalpräsident

Beat Tinner, Fraktionspräsident

Drei Mal NEIN und einmal Stimmfreigabe

FDP fasst Parolen für die Abstimmungen vom 23. September 2018

Die Mitglieder der FDP.Die Liberalen St.Gallen fassten in Gähwil ihre Parolen für die Abstimmungen vom 23. September. Sie empfehlen sowohl die Fair-Food-Initiative, die Initiative für Ernährungssouveränität sowie den III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz («Verhüllungsverbot») zur Ablehnung.  Beim Bundesbeschluss vom 13. März 2018 über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege beschlossen die Anwesenden Stimmfreigabe.

Gähwil. Roman Habrik, der FDP-Gemeindepräsident von Kirchberg, begrüsste rund 100 Freisinnige herzlich in der Mehrzweckhalle Gähwil. Mit viel Humor ging er auf die politische und sonstige Geschichte der eigenen Gemeinde ein. Als «schwarzer Erdteil» wurde Kirchberg von der NZZ bereits bezeichnet – in Anspielung auf die vormalige Übermacht der CVP. Heute hält die FDP aber fünf von neun Gemeinderäten und damit die absolute Mehrheit im Exekutivorgan der Gemeinde. Habrik wies auch darauf hin, dass eine solch starke Vertretung nur dank einer aktiven Ortsparteileitung möglich sei und dankte Orts- und Regionalparteipräsident Simon Seelhofer für dessen grossen Einsatz.

«Unser Wohlstand steht auf dem Spiel»

Vor dem Einstieg in die Sachdiskussion hielt Kantonalpräsident Raphael Frei eine Grundsatzrede zur allgemeinen politischen Lage. Auf nationaler Ebene identifizierte er insbesondere das Rahmenabkommen mit der EU sowie die Steuervorlage 17 als wichtigste Themen. Letztere beschäftigt auch die kantonale Politik massgeblich. In Zusammenhang mit der Umsetzung der Steuervorlage 17 im Kanton St.Gallen machte er nochmals die Forderungen der FDP klar: Senkung des Unternehmenssteuersatzes auf 13%, Senkung der kantonalen Mindeststeuer für Kapitalgesellschaften sowie Erhöhung des Versicherungsprämienabzugs sowie des Pendlerabzugs. Des Weiteren ging Frei auf die Spitalpolitik ein und mahnte die Mitglieder, in der Debatte die Qualität des Gesundheitswesens und nicht regionalpolitische Befindlichkeiten ins Zentrum zu stellen. Den Schluss der Rede bildete eine klare Absage an den III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz («Verhüllungsverbot»).

Stimmfreigabe für den Velowegbeschluss

Der Bundesbeschluss vom 13. März 2018 über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege wurde von Ingrid Markart, Mitglied der FDP Wil-Untertoggenburg, vorgestellt. Sie konzentrierte sich bei ihrer Präsentation insbesondere auf historische und gesellschaftliche Fragestellungen in Zusammenhang mit dem Velo. Die anschliessende Plenumsdebatte war durch viele Wortmeldungen geprägt. FDP-Nationalrat Walter Müller machte klar, dass er nicht gegen Velowege sei – er aber diesen unföderalistischen Bundesbeschluss dennoch klar ablehne. FDP-Regierungsrat Martin Klöti warb mit einem viel beachtete Votum und dem Hinweis, man brauche nicht noch weitere solche Regelungen in der Verfassung, ebenfalls für ein NEIN. Schlussendlich beschlossen die Freisinnigen bei einem Stimmergebnis von 44 JA zu 44 NEIN bei 10 Enthaltungen Stimmfreigabe.

Abfuhr für Agrar-Initiativen

Die Fair-Food-Initiative sowie die Initiative für Ernährungssouveränität wurden in einem gemeinsamen Podium diskutiert. Auf der Pro-Seite setzten sich a. NR Yvonne Gilli sowie der grüne Kantonsrat Thomas Schwager für die beiden Initiativen ein. Die Contra-Seite wurde von Nationalrat Walter Müller (FDP) sowie der des. Kantonsrätin Susanne Vincenz-Stauffacher (FDP) vertreten. Als Moderatorin fungierte die St.Galler Kommunikationsberaterin Karin Fagetti. Nach der Podiumsdiskussion sowie der Öffnung der Runde für Voten aus dem Publikum fassten die FDP-Mitglieder einstimmig die NEIN-Parole für die Initiative für Ernährungssouveränität sowie mit 79 NEIN- zu 6 JA-Stimmen bei 9 Enthaltungen ebenfalls mit deutlicher Mehrheit die NEIN-Parole für die Fair-Food-Initiative. Die FDP setzt damit ein klares Zeichen gegen steigende Preise, weniger Auswahl sowie eine Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger beim täglichen Einkauf. Des Weiteren wurde in verschiedenen Wortmeldungen auch moniert, die beiden Initiativen würden zu neuen Handelshemmnissen führen oder wären nicht mit den heutigen internationalen Abkommen der Schweiz vereinbar.

NEIN zum Verhüllungsverbot

Den Abschluss des Abends machte das Podium zum III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz («Verhüllungsverbot»). Die Pro-Seite wurde von den Kantonsräten Linus Thalmann (SVP) sowie Andreas Widmer (CVP) vertreten. Auf der Contra-Seite setzten sich Kantonsrat Alexander Bartl (FDP) sowie Vanessa Brühwiler (Jungfreisinnige) gegen den Gesetzesnachtrag ein. Moderiert wurde die Diskussion von FDP-Geschäftsführer Christoph Graf. In der Debatte wurde einmal mehr klar, dass der vorliegende Gesetzesnachtrag nur für die Galerie bestimmt und keineswegs durchsetzbar sei. Der Kantonsrat habe einen Papiertiger beschlossen, der zu keiner einzigen Verurteilung führen werde. Entsprechende Gegenvorschläge der FDP-Fraktion, welche durchsetzbar gewesen wären, hatten in der Ratsdebatte leider keine Chance. Nach einigen wenigen Wortmeldungen fassten die Freisinnigen einstimmig die NEIN-Parole und stützten damit die Position der FDP-Fraktion im Kantonsrat, welche den Gesetzesnachtrag ebenfalls einstimmig abgelehnt hat.

Praktikum im Zentrum der St.Galler Politik

Ein Bericht von Ursina Flütsch

Nächstes Jahr im Oktober werden wieder Bundespolitiker gewählt und die Städte voll mit Wahlplakaten sein. Viele Menschen sind tagtäglich auf irgendeine Art mit Politik konfrontiert, auch wenn es oft nicht auf den ersten Blick auffällt. Doch wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen in einer politischen Partei aus? Ich durfte mir ein Bild davon machen.

Mein Name ist Ursina Flütsch und ich studiere im Bachelorstudiengang Internationale Beziehungen an der Universität St.Gallen. Während dem letzten halben Jahr habe ich neben dem Studium im 50% Pensum ein Praktikum auf der Geschäftsstelle der FDP.Die Liberalen. St.Gallen absolviert und möchte hier davon berichten.

Eine Bündnerin in St.Gallen

Ich hatte schon früh ein ausgeprägtes Interesse an Politik und aktuellem Zeitgeschehen, welches sich nach meinem Studienbeginn noch verstärkt hat. Da ich zusätzlich zu meiner theoretischen Ausbildung auch sehr viel Wert darauf lege, praktische Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen zu sammeln, habe ich mich auf die Stelle als Praktikantin der Geschäftsstelle beworben und diese zu meiner grossen Freude auch bekommen. Als Bündnerin verfügte ich zwar über eher marginale Kenntnisse der St.Galler Politiklandschaft, war jedoch gespannt darauf, mehr über die Vorgänge in meinen momentanen Wohnkanton zu erfahren.

Mitten ins Parteileben!

Von Beginn weg wurde ich herzlich ins Team aufgenommen und in die täglichen Aufgaben einer Geschäftstelle eingeführt. An meinem ersten Tag mussten wir einen Massenversand von ca. 3000 Briefen mit Kampagnenmaterial vorbereiten – für mich als „Digital Native“ ein ungewohntes Unterfangen. Zum Tagesgeschäft gehören neben diversen administrativen Aufgaben wie der Rechnungsversand oder die Mitgliederadministration auch die Vorbereitung von Sitzungen für die Parteileitung oder die Kantonsratsfraktion. Präsenzlisten und Protokolle müssen dabei genauso vorbereitet werden wie Getränkebestellungen, und auch das Gegenlesen und Korrigieren von Informationsmaterial und Berichten war eine oft wiederkehrende Aufgabe für mich. Ausserdem wurde ich gleich in die Arbeit an der „JA zum Theater“-Kampagne für die Abstimmung über die Sanierung des Theater St.Gallen am 4. März 2018 miteinbezogen. Meine Aufgabe war es, Kampagnenvideos mit verschiedensten Amtsträgern und Befürwortern der Theater-Sanierung zu drehen und diese dann auf den entsprechenden Kanälen zu veröffentlichen. Schon früh wurde also mein selbstverantwortliches Handeln gefördert, welches ich später auch bei der Mitorganisation von der Mitgliederversammlung und der Parteipräsidentenkonferenz unter Beweis stellen konnte. Auch diese Veranstaltungen erforderten eine breite Auswahl an Tätigkeiten. Beispielsweise mussten Referenten für die verschiedenen Podien und Referate angefragt, die Lokalitäten sowie Verpflegung organisiert und Powerpoint-Präsentationen erstellt werden.

Live im Kantonsrat

Besonders spannend war der Einblick in die verschiedenen Bereiche der Partei, beispielsweise bei Veranstaltungen des Supporterclubs, am Parteitag oder während den Kantonsratssessionen. Ein Highlight war diesbezüglich definitiv die Juni-Session des Kantonsrates, bei welcher ich die FDP-Fraktion vor und während der Session administrativ begleiten und unterstützen durfte. Dabei konnte ich sehr wertvolle Einblicke in die politischen Vorgänge auf der Kantonsebene gewinnen. Obwohl es zwischenzeitlich ein wenig stressig wurde, wenn beispielsweise innert kürzester Zeit Interpellationen bei der Staatskanzlei eingereicht werden musste, hatte ich sehr viel Spass bei der Arbeit und blieb glücklicherweise von unerwarteten Turbulenzen verschont. Zwischendurch hatte ich sogar Zeit, mich auf die Besuchertribüne zu setzen und die Diskussionen im Rat mitzuverfolgen. Dabei war es spannend zu sehen, wie gewisse Geschäfte ohne grosse Diskussionen verabschiedet wurden, während bei anderen lange über Formulierungen oder Sinn und Unsinn eines Gesetzesartikels verhandelt wurde. Jetzt weiss ich, warum es manchmal Jahre dauert, bis ein Gesetz in Kraft tritt.

Tipps vom Bundesrat erhalten

Neben den vielseitigen, spannenden und anspruchsvollen Aufgaben, welche ich während des Praktikums bearbeitete, bleiben mir auch die vielen spannenden Begegnungen mit verschiedensten Persönlichkeiten aus der kantonalen und nationalen Politiklandschaft in bester Erinnerung. So konnte ich mir beispielsweise am Bundesratsanlass der FDP St.Gallen direkt bei Bundesrat Ignazio Cassis einige Tipps für meine geplante Diplomatenkarriere abholen, was definitiv eine unbezahlbare Erfahrung war.

Gut gefüllter Rucksack

Die Geschäftsstelle der FDP die Liberalen. St.Gallen verlasse ich mit einem Rucksack voller neuer Einblicke und Erfahrungen, neuen Kontakten und einem erweiterten Verständnis dafür, was sich in der Politiklandschaft abspielt. Mit diesen Eindrücken trete ich nun ein Auslandsemester in Kanada an und bin sicher, einige der theoretischen Grundlagen durch die erlangten Kompetenzen noch besser einordnen zu können. Nie hätte ich gedacht, dass hinter den Kulissen einer politischen Partei so viele verschiedene Dinge ablaufen, koordiniert werden und abgeklärt werden müssen!

Abschied auf Zeit

Ich möchte mich ganz herzlich bei der FDP St.Gallen dafür bedanken, dass sie mir diese Chance geboten hat und dabei auch auf meine Bedürfnisse als Studentin, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten während der Prüfungsphase, eingegangen ist. Auch wenn ich zum Abschied eine Karte mit der Aufschrift „endlich Ruhestand“ bekommen habe, wird dieser nur von kurzer Dauer sein und ich werde mit Freude ab Januar 2019 für weitere 10 Monate auf die Geschäftsstelle zurückkehren. Ein Praktikum dieser Art kann ich jedem empfehlen, der gerne eine spannende Tätigkeit mit viel Eigenverantwortung sucht und sich proaktiv in einem kleinen Team mit diversen Tätigkeitsbereichen einbringen will.

«Nahe an den Menschen politisieren!»

Kantonaler Parteitag der FDP in Buchs

Die FDP versammelten sich in Buchs zum kantonalen Parteitag. Nach einer Führung durch die Kehrichtverbrennungsanlage standen die Jahresberichte aus allen Ressorts auf dem Programm. Kantonalpräsident Raphael Frei schwor den St.Galler Freisinn auf die kommenden Wahlen ein. Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter gab spannende Einblicke in ihr Präsidialjahr.

Buchs. Am Freitag, 15.06.2018, fand in Buchs der kantonale Parteitag der FDP.Die Liberalen St.Gallen statt. Vor dem statutarischen Teil im Restaurant Teller 17 bestand für die Mitglieder die Möglichkeit, unter fachkundiger Führung von Mitarbeitenden des Vereins fürs Abfallentsorgung (VfA) in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) den Prozess der Abfallverwertung hautnah mitzuerleben. So durften die Teilnehmenden durch ein kleines Guckfenster die Vorgänge im 1000°C heissen Verbrennungsofen beobachten oder den massiven Abfallbunker mit mannshohem Greifarm bestaunen.

Unternehmen mit besonderer Rechtsform

«Durch die professionelle und informative Führung haben wir aus erster Hand erfahren, wie der hochtechnische Verarbeitungs- und Reinigungsprozess vonstattengeht. Das waren wirklich spannende Einblicke!», so ein FDP-Mitglied nach der Besichtigung. Beim anschliessenden Apéro begrüsste VfA-Präsident Guido Germann die anwesenden Freisinnigen und nutzte die Gelegenheit, den VfA als Betreiber der Kehrichtverbrennungsanlage vorzustellen. 1960 gegründet, gehören dem Verein zwischenzeitlich über 40 Gemeinden im Kanton St.Gallen und im Fürstentum Lichtenstein an. Diese grenzüberschreitende Tätigkeit war sodann auch der Grund für die gewählte Rechtsform für das Unternehmen: Wäre die Abfallentsorgung nicht als «Verein» organisiert, wären zwischenstaatliche Vereinbarungen zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Lichtenstein nötig gewesen.

«Gschaffig» und bodenständig

Den statutarischen Teil eröffnete der Buchser FDP-Ortsparteipräsident Andreas Schwarz. Nicht etwa mit einer klassischen Rede oder Präsentation der wichtigsten Kennzahlen der Standortgemeinde, sondern mit einer gehaltvollen, witzigen Ansprache, die sich am Werdenberger Lied orientierte. Er macht die Freisinnigen darauf aufmerksam, dass die Werdenbergerinnen und Werdenberger sehr naturverbunden, «gschaffig» und bodenständig seien. Trotzdem gehöre die Region sowohl kulturell als auch wirtschaftlich immer wieder zu den Pionieren im Kanton. «Tradition und Innovation gehen bei uns Hand in Hand», so Schwarz. Den zweiten Teil der Eröffnung bestritt die frischgewählte Kantonsratspräsidentin Imelda Stadler. In ihrer Rede dankte sie der Partei und ihren Kolleginnen und Kollegen in der Fraktion für das entgegengebrachte Vertrauen. Mit einem gewissen Ernst wies sie auch auf immer wieder aufkommenden Fragen hin, die ihr als Frau gestellt würden. Sie unterstrich ihr Votum sodann mit der Forderung, dass man Menschen aufgrund ihrer Leistungen und nicht aufgrund ihres Geschlechts beurteilen solle.

«Kompromisse nicht vorwegnehmen»

Nach der Eröffnung hatte der Kantonalpräsident, Raphael Frei, das Wort. Er liess das vergangene Jahr Revue passieren und nahm die Freisinnigen mit auf eine umfassende Tour d’ Horizon. Sein Rückblick zeigte dabei eindrücklich, wie viele hochkarätige Veranstaltungen seit dem letzten Parteitag stattgefunden haben. So durfte die FDP gleich zweimal Bundesräte empfangen: im Herbst den frischgewählten Aussenminister Ignazio Cassis an einer Publikumsveranstaltung im Toggenburg und im März dann gleich beide FDP-Bundesräte zu einem Meet&Greet mit der Partei- und Fraktionsspitze. In seinem Ausblick schwor er die Mitglieder auf die kommenden Wahlkämpfe ein. Er forderte von den Freisinnigen eine klare und liberale Haltung, die nicht bereits den Kompromiss vorwegnimmt. Dabei unterstrich er, dass die Grundwerte Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt stets als Kompass dienen. «Politisieren Sie nahe an den Menschen, nahe an den Herausforderungen unserer Zeit!», appellierte Frei alsdann unter tosendem Applaus.

Höchste Qualität, aber finanzierbar!

Fraktionspräsident Beat Tinner berichtete in seiner Präsentation von den vergangenen und kommenden Highlights der kantonalen Politik. So durfte die FDP bei den Abstimmungen zum Theater, zur Pensionskasse und zum Joint Medical Master durchwegs Erfolge verbuchen. Alle drei Abstimmungen verliefen gemäss den Parolen der Kantonalpartei und dem Abstimmungsverhalten der Fraktion im Kantonsrat. Bei seinem Ausblick legte Tinner den Schwerpunkt auf die Steuervorlage 17 und die Gesundheitspolitik. So wird sich die FDP beim geplanten Nachtrag zum Steuergesetz, der in Folge der Steuerreform auf Bundesebene nötig ist, für einen tiefen Unternehmenssteuersatz und tarifarische Massnahmen für den Mittelstand einsetzen. Bei der Spitalpolitik, bei der die FDP schon bisher eine tragende Rolle gespielt hat, wird sich die Fraktion für eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig finanzierbare Gesundheitsinfrastruktur einsetzen.

FDP Frauen und Umweltfreisinnige

Auch verschiedene Partnerorganisationen der FDP hatten die Gelegenheit, ihr Wirken im letzten und ihre Pläne für das kommende Jahr zu präsentieren. Elisabeth Zwicky Mosimann, Präsidentin der FDP Frauen und Vizepräsidentin der FDP-Kantonalpartei durfte auf ein bewegtes Jahr zurückblicken. Von besonderer Bedeutung waren insbesondere die Wahlen der FDP Frauen-Mitglieder Karin Keller-Sutter zur Ständerats- und Imelda Stadler zur Kantonsratspräsidentin. Zudem haben die FDP Frauen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder mit einer professionellen Umfrage ermittelt und entsprechende Umsetzungsmassnahmen geplant. Der Schwerpunkt im Referat von Daniel Gerber, Vizepräsident der Umweltfreisinnigen St.Gallen (UFS), lag bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der UFS sowie dem aktualisierten Leitbildung und Logo der Partnerorganisation. Beide Gruppierungen warteten mit beindruckenden Jahresprogrammen auf und kündigten an, bei den kommenden Wahlen eine massgebliche Rolle spielen zu wollen.

«Meine Halbjahresbilanz»

Den Schlusspunkt setzte Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter. In einem von Dr. Sven Bradke, Vizepräsident der Kantonalpartei, moderierten Talk unter dem Titel «Meine Halbjahresbilanz» gab die FDP-Ständerätin mit viel Charme und Schalk fesselnde Einblicke in ihre Aufgaben als Präsidentin der kleinen Kammer und bot so manch sympathische Anekdote, welche die Anwesenden zum Schmunzeln brachte. Anhand ausgewählter Bilder beleuchtete das Gespräch verschiedene Situationen im Parlamentsgebäude, an Veranstaltungen in der Schweiz sowie bei Auslandbesuchen. Beispielsweise berichtete Keller-Sutter von ihrem Besuch in der Gemeinde New Glarus im US-Bundesstaat Wisconsin. In der Gemeinde leben heute unzählige Amerikaner mit Schweizer Staatsbürgerschaft, welche die Traditionen aus der Heimat ihrer Vorfahren noch sehr innig leben. Der warme Applaus am Schluss des Gesprächs zeigte einmal mehr, wie gross die Sympathien der Basis für die glanzvolle und gleichzeitig akribische politische Arbeit der Ständeratspräsidentin sind. «Unsere Karin macht in Bern einen fantastischen Job – für die FDP, den Kanton und die ganze Schweiz», schwärmte ein Parteimitglied beim gemeinsamen Abendessen, das den Parteitag abrundete.

Medienmitteilung downloaden

Qualitativ hochwertige Versorgung für den ganzen Kanton

Debatte um Gesundheitsversorgung geht in die nächste Runde

Regierung und Verwaltungsrat haben heute zur Situation der Spitäler Stellung bezogen. Die FDP steigt in diese Debatte mit einem erklärten Ziel ein: Für die gesamte Bevölkerung in allen Kantonsteilen muss am Schluss eine qualitativ hochwertigere Gesundheitsversorgung bestehen. Die FDP wehrt sich gegen jegliche Abstriche in der angebotenen Qualität, ist aber gleichzeitig offen für neue Modelle, die langfristig auch finanzierbar sind.  

Sowohl die Regierung als auch der Verwaltungsrat der Spitalverbunde haben heute hinsichtlich der offenen Fragen zur Gesundheitsversorgung im Kanton Stellung genommen. Beide erkennen, dass aufgrund der verschärften finanziellen Rahmenbedingungen Handlungsbedarf besteht. Der Verwaltungsrat hat der Regierung nun Vorschläge unterbreitet. Er schlägt eine weitere Leistungskonzentration vor. So soll die stationäre Leistungserbringung auf einen Standort pro Spitalverbund konzentriert werden. Die Notfallversorgung wäre weiterhin gewährleistet. An weiteren Standorten soll die Versorgung durch neue Formen der Kooperation ergänzt werden. Durch den Abbau von Doppelspurigkeiten und einer Erhöhung der Fallzahlen wird die Gesundheitsversorgung damit qualitativ hochwertiger und kann weiterhin finanziert werden. Die Regierung wird diese Vorschläge nun einer vertieften Prüfung unterziehen und hat dafür einen Lenkungsausschuss eingesetzt.

Fortschritt nutzen

Für die anstehende Debatte um die St.Galler Gesundheitsversorgung ist die nötige Ruhe und Vernunft unabdingbar. Nur so ist für die Einwohnerinnen und Einwohner weiterhin eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung möglich. Das genau ist das Ziel der FDP. Führt ein Spital nämlich eine bestimmte Operation öfter durch als andere und hat es sich darauf spezialisiert, kann es die bessere Qualität anbieten. Durchaus salopp, aber treffend könnte man sagen: Übung macht dem Meister. Gleichzeitig ermöglicht der wissenschaftliche und technologische Fortschritt immense Möglichkeiten für eine bessere Versorgung von Patientinnen und Patienten. Eine qualitativ hochwertige und modernere Versorgung im ganzen Kanton muss in der anstehenden Debatte von allen Beteiligten angestrebt werden. Genau dafür setzt sich die FDP mit aller Kraft ein.

Regierung in der Pflicht

Das diesbezügliche Engagement der FDP währt schon länger. In drei – teilweise überparteilich eingereichten – Interpellationen im Kantonsrat hat sie der Regierung verschiede Fragen gestellt, die in der Grobanalyse des Verwaltungsrates der Spitalverbunde aufgenommen wurden. Dennoch ist in erster Linie weiterhin die Regierung gefordert und steht in der Verantwortung, dem Kantonsrat entsprechende Massnahmen vorzuschlagen. Obwohl die Regierung erst spät reagiert, ist ihr zugutezuhalten, dass sie sich der Realität nun nicht mehr gänzlich verschliesst. War doch das Geschäft bisher seitens Regierung durch eine gewisse Realitätsverweigerung geprägt.

Rote Zahlen drohen

Die Tarifsituation der Spitäler ist prekär. Unsere St.Galler Spitäler schreiben rote Zahlen und bis 2022 ist ohne Gegenmassnahmen das Eigenkapital aufgebraucht. Die erwirtschafteten Gewinne reichen aber heute schon nicht aus, um die Investitionen zu finanzieren. Entgegen der Behauptung der Regierung war die heutige Tarifsituation durchaus antizipierbar – in jedem Fall hätte man aber auf die neue Ausgangslage früher und entschlossener reagieren können. Bleiben Regierung und Kantonsrat jetzt untätig, sind die Spitalverbunde und damit die Gesundheitsversorgung in ihrer Existenz bedroht.

Leistung und Effizienz

Nur durch eine weitere Leistungskonzentration und Effizienzsteigerung können diese Defizite abgewendet werden. Ansonsten müssen einmal mehr die Steuerzahler für die Versäumnisse der Politik finanziell geradestehen. Die St.Galler Gesundheitsversorgung hat heute strukturelle Probleme, die nur mit strukturellen Massnahmen gelöst werden können – insbesondere dann, wenn keine Abstriche bei der Qualität in Kauf genommen werden sollen. Ohne eine ehrliche Analyse der heutigen Situation und mit einem konsequenten Beseitigen dieser strukturellen Probleme wird das Gesundheitswesen mittelfristig an die Wand gefahren.

Gestaltungspielraum ermöglichen

Die Medizin und die Medizinaltechnik entwickeln sich vielfach bedeutend schneller als die politischen und unternehmerischen Strukturen. Mit der Trennung zwischen politischem, strategischem und operativem Geschäft und der Vorlage zur Public Corporate Governance wurde diesem Umstand Rechnung getragen. Die Strategie des Verwaltungsrates der Spitalverbunde ist eine Weiterentwicklung der seit Langem beschlossenen Leistungskonzentration. Nun muss die Politik aber auch den Mut haben, dem Verwaltungsrat den nötigen strategischen und unternehmerischen Gestaltungsraum zu überlassen – ohne dabei die eigene politische Verantwortung als Eigentümerin der Spitalimmobilien und Bestellerin der Gesundheitsleistungen zu vernachlässigen. Insbesondere die Frage nach den Spitalstandorten ist nach Gesetz durch den Kantonsrat zu beantworten und durch die Regierung vorzubereiten. Dabei muss auch in Betracht gezogen werden, gewisse Gesundheitsdienstleistungen ambulant zu erbringen.

Ängste ernst nehmen

Das Geschäft steht nun am Anfang. Nichts ist in Stein gemeisselt – der Verlauf noch offen. Die FDP anerkennt, dass in dieser Debatte viele Ängste vorhanden sind. Zum einen diejenigen der Bevölkerung, zum anderen diejenigen der Angestellten und nicht zuletzt auch diejenigen der Entscheidungsträger. Die FDP fordert deshalb die Bevölkerung, Regierung und den Kantonsrat nun auf, die Strukturanpassungen lösungsorientiert, sachlich und eingehend zu diskutieren sowie die richtigen Massnahmen zu beschliessen und voranzutreiben.

Medienmitteilung der FDP downloaden

Leistungs- und Strukturentwicklung der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen – Bericht Grobkonzept

Medienmitteilung der Regierung

Medienmitteilung des Verwaltungsrates der Spitalverbunde

20 Jahre Einsatz für die FDP

Dienstjubiläum und Abschied

Christoph Graf, Geschäftsführer

Im April 1998 hat Uschy Senn ihre Arbeit auf der Geschäftsstelle aufgenommen – 20 Jahre später, am 13. April 2018, durfte sie ihren wohlverdienten Ruhestand antreten. Während 20 Jahren hat Uschy Senn also die Kantonalpartei, die Kantonsratsfraktion, den Supporterclub und den Ehemaligenverein mit Herzblut, Pflichtbewusstsein und viel Freude begleitet. Sie hat sogar ihren Ruhestand um ein halbes Jahr verschoben, um dem neuen Team unter meiner Leitung einen optimalen Start zu ermöglichen. Ihren letzten Arbeitstag sowie ihr 20-jähriges Dienstjubiläum haben wir gemeinsam mit den Kantonal- und Fraktionspräsidenten sowie den Geschäftsführern und Mitarbeiterinnen der letzten 20 Jahre auf der Geschäftsstelle gefeiert. Die offizielle Verabschiedung findet dann anlässlich des Parteitags am 15. Juni statt. Ich möchte mich aber bereits jetzt im Namen des St. Galler Freisinns bei Uschy bedanken. Liebe Uschy, du wirst uns mit deinem enormen Erfahrungsschatz und deiner ansteckenden Fröhlichkeit an der Rorschacherstrasse fehlen.

Zwei Neuzugänge auf der Geschäftsstelle

Als Ersatz für Uschy Senn durften wir mit Stellenantritt 1. Februar 2018 Ursina Flütsch und mit Stellenantritt 1. Mai 2018 Carl Yannick Weber begrüssen. Beide werden die Geschäftsstelle während eines Halbjahrespraktikums unterstützen. Mit diesen Praktika können wir die Kapazitäten der Geschäftsstelle leicht ausbauen und gleichzeitig jungen Menschen einen – hoffentlich – lehrreichen Einblick in das Management eines Verbandes sowie in die St. Galler Politik ermöglichen. Herzlich willkommen im Team!

Zweimal JA und zweimal NEIN

FDP fasst in Schänis die Parolen für die Juni-Abstimmungen

Der St.Galler Freisinn traf sich in Schänis zur kantonalen Mitgliederversammlung. Die Mitglieder sprachen sich gegen das brandgefährliche Vollgeldexperiment und das Geldspielgesetz und für die Einmaleinlage in die St.Galler Pensionskasse sowie den Medical Master aus. In einer Grundsatzrede forderte Kantonalpräsident Raphael Frei die Partei zudem auf, ihr Profil noch mehr zu schärfen und die Basis für die kommenden Wahlkämpfe zu mobilisieren.

Schänis. Heute Donnerstag, 26.04.2018, fand in Schänis die Mitgliederversammlung der FDP.Die Liberalen St.Gallen statt. Im Pfarreisaal Schänis durften rund 80 Freisinnige aus dem ganzen Kanton begrüsst werden. Den Auftakt machte Gemeindepräsident Herbert Küng (FDP). Er stellte die Gemeinde Schänis aus verschiedenen Perspektive vor. Mit Applaus nahmen die Mitglieder zur Kenntnis, dass die FDP 2013 die bis dahin bestehende «CVP-Herrschaft» beendete und seit dann den Gemeindepräsidenten «stellt».

«Nicht auf den Lorbeeren ausruhen»

Im Anschluss an Herbert Küng hielt der Kantonalpräsident, Raphael Frei, eine programmatische Grundsatzrede.  Frei analysierte die Erfolge der letzten Monate und Jahre und ermahnte die Mitglieder, sich nicht auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Vielmehr müsse die FDP ihr Profil weiter schärfen und mit klaren liberalen Positionen punkten. Schliesslich seien nicht alle zu überzeugen und immer bereits den Kompromiss vorwegzunehmen. Er bedankte sich auch bei allen Freisinnigen, die sich tagtäglich in Freiwilligenarbeit für die Partei einsetzten: «Mir macht es grosse Freude mit dieser aktiven Partei und den engagierten Freisinnigen unterwegs sein zu dürfen».

Gelder für Prävention, Kultur und Sport in Gefahr

Nach einer kurzen Einführung der Referendumsvorlage zum Geldspielgesetz durch den Moderator und Vizepräsidenten Dr. Sven Bradke präsentierte Nationalrat Marcel Dobler (FDP) anhand eines kurzen Videos, wie schnell und einfach eine Netzsperre auf handelsüblichen Geräten umgangen werden kann. Nach dieser anschaulichen Präsentation diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium die Vorlage. Bewusst traten auf dem Podium nur Freisinnige gegeneinander an – dies, um dem Meinungspluralismus zur Vorlage gebührend Rechnung zu tragen. Die Pro-Seite wurde von Regierungsrat Martin Klöti (FDP) und der Schmeriker Kantonsrätin Elisabeth Brunner-Müller (FDP) vertreten. Sie argumentierten vor allem damit, dass mit dem Gesetz weiterhin die Prävention von Spielsucht möglich sei. Zudem werden heute mit den Gewinnen aus Geldspielen insbesondere Präventions- und Kulturprojekte sowie der Sport finanziert werden.

Klares NEIN zu Netzsperren

Die Abstimmung am 10. Juni wurde möglich, weil die Jungfreisinnigen gemeinsam mit anderen Jungparteien erfolgreich das Referendum ergriffen hatten. Gegen das Gesetz setzten sich FDP-Nationalrat und ICTswitzerland-Präsident Marcel Dobler und Noah Menzi, Kantonalpräsident der Jungfreisinnigen St.Gallen, ein. Sie argumentierten vor allem damit, dass das Gesetz zwar insgesamt brauchbar sei, aber zwei entscheidende Schwächen habe: Die Netzsperren sind unwirksam du mit dem Verzicht auf ein zeitgemässes Konzessionierungsmodell gingen letztendlich Millionen von Franken ins Ausland verloren. Die Parole fiel mit 56 NEIN-Stimmen zu 19 JA-Stimmen bei einer Enthaltung überraschend deutlich gegen das Gesetz aus. Damit folgt die Kantonalpartei der Delegiertenversammlung der FDP Schweiz, die das Geldspielgesetz ebenfalls zur Ablehnung empfiehlt.

Abfuhr für Vollgeld-Experiment

Die Volksinitiative «Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeldinitiative)» wurde durch Kantonsrat Erich Baumann (FDP) vorgestellt. Er erklärte den Anwesenden anschaulich die Grundsätze des heutigen Systems der Gelschöpfung und des Buchgeldes und präsentierte die vorgeschlagenen Änderungen der Initianten. Er wies insbesondere darauf hin, dass es sich bei der Initiative um ein brandgefährliches und weltweit einmaliges Experiment handle, das die Preisstabilität und Arbeitsplätze in Gefahr bringe. Das Verdikt der Mitglieder war deutlich: Sie empfehlen die sozialistische Vollgeldinitiative einstimmig zur Ablehnung.

Als Kanton Verantwortung übernehmen

Nach den Parolenfassungen zu den eidgenössischen Vorlagen beschäftigten sich die Mitglieder mit den kantonalen Vorlagen. FDP-Regierungsrat Marc Mächler stellte die Vorlage zur Einmaleinlage in die St.Galler Pensionskasse in seiner Funktion als Vizepräsident der St.Galler Pensionskasse vor. Fraktionspräsident Beat Tinner erläuterte den Anwesenden den parlamentarischen Prozess sowie den Standpunkt der FDP-Kantonsratsfraktion. Tinner machte deutlich, dass die Fraktion sich sehr stark gegen den ursprünglichen Entwurf der Regierung eingesetzt hat. Die nun zur Abstimmung vorgelegte Fassung sein aber ein austarierter Kompromiss, welcher der Verantwortung des Kantons gegenüber die Mitarbeitenden der öffentlichen Hand Rechnung trage. Nach kurzer Diskussion wurde die mit 44 JA-Stimmen zu 21 NEIN-Stimmen bei 6 Enthaltungen die JA-Parole gefasst.

Ärztemangel durch neuen Studiengang bekämpfen

Den Abschluss des Abends machte Kantonsrat Jigme Shitsetsang, Leiter des Fachausschusses Gesundheit und Soziales der FDP-Kantonalpartei. Er stellt den VI. Nachtrag zum Gesetz über die Universität St.Gallen (Joint Medical Master in St.Gallen) vor. Er identifizierte die Notwendigkeit für den neuen Studiengang im Umstand, dass es im betroffenen Bereich einen eklatanten Fachkräftemangel gebe, der sich in den nächsten Jahren sogar noch akzentuieren wird. Mit dem neuen Studiengang möchte der Kanton zukünftig vermehrt ärztliches Personal im «eigenen Haus» ausbilden, um diesen Entwicklungen entgegenzutreten. Die JA-Parole wurde einstimmig gefasst.

Medienmitteilung downloaden

 

Wir müssen es nicht allen recht machen – 30% genügen

Gehalten an der Mitgliederversammlung vom 26. April 2018

Am 14. April titelte die NZZ in einem Artikel «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer». Über eine Seite hinweg bot Journalist Michael Schönenberger eine treffende Analyse der Situation, in der sich unsere Partei befindet.

FDP im Aufwind

2015 war für viele, ja die meisten von uns ein Wendepunkt. Erstmals seit 1979 hat die FDP national wieder zugelegt. 16.4% haben wir bei den Nationalratswahlen erreicht. Gleichzeitig dürfen wir seit dann praktisch bei allen kantonalen Wahlen Erfolge feiern. Insgesamt hat die FDP in den kantonalen Parlamenten 30 Sitze dazu gewonnen. Die nächstplatzierten auf dieser Rangliste sind die Grünen mit einem knapp halb so grossen Zuwachs von 18 Sitzen. Zwischenzeitlich ist die FDP mit insgesamt 573 Kantonsparlamentarier die stärkste Kraft in den kantonalen Parlamenten. Bei den Regierungsräten stellen wir sowieso die Mehrheit.

Wahlen 2019 sind entscheidend

Klar, wenn man sich das vor Augen hält denkt man: sehr gut, alles im Trockenen. Weiten wir aber unseren Blick lässt sich folgendes sagen: 1979 hatten die damals noch eigenständigen liberalen Parteien fast 27% Wähleranteil. Also etwas weniger als doppelt so viel, wie wir 2015 hatten. 2011 erreichten wir noch 15.1%. Wir haben bei unsere «wirklich erfolgreichen Wahlen» 2015 gerade einmal 1.3 Prozentpunkte dazugewonnen. «Selten hat sich eine Partei mehr über einen derart bescheidenen Zuwachs gefreut» schreibt die NZZ. Wohl wahr – wenn wir das ganz nüchtern betrachten stimmt das wohl. Die Wahlen 2019 werden also zum «Prüfstein» für uns. Können wir weiterwachsen? Oder war unser kleiner Erfolg 2015 einfach Zufall?

30% Wähleranteil als langfristiges Ziel

Die nationale Partei hat als Ziel formuliert, die SP zu überholen. Dafür müssen wir ca. 2%-Punkte zulegen – vorausgesetzt, die SP legt nicht auch zu. Dieselben kantonalen Wahlen, die wir für unseren Erfolg als Gradmesser hinzuziehen, lassen nämlich, gerade in letzter Zeit, selbiges nicht vermuten. Abgesehen davon müssten wir aber ein anderes Ziel ins Auge fassen: Langfristig braucht die Schweiz wieder 30% Liberale. Wir müssen uns als dritten Pol zwischen den Rechtskonservativen und den Sozialisten – den roten, grünen und hellgrünen – etablieren. Historisch gesehen ist die Schweizer Parteilandschaft nämlich dreipolig. Erst die relativ junge Verschiebung hin von der CVP zur SVP und zur «zersplitterten» Mitte haben das gerändert.

Frischer Wind und Kreativität sind gefragt

Nur: Was müssen wir dafür tun? Die NZZ hat auch dafür einen Vorschlag bereit: «Mit der richtigen Themensetzung und den richtigen Köpfen kann die FDP nicht nur den liberalen Pol bilden, sondern darüber hinaus zwischen dem Rechts- und dem Linkspol zur führende Kraft aufsteigen […]». Damit dies möglich wird, müssen wir unser liberales Profil weiter ausbauen. Wir dürfen nicht alleine die Rolle als Mehrheitsmacherin anstreben und das Taktgeben den anderen Parteien überlassen – weder national, noch kantonal. Gefragt sind frische, kreative, wirklich liberale Ideen, die wir knackig und verständlich an die Frau und an den Mann bringen. Wir müssen uns als eigenständige Kraft etablieren und für unsere Ideen eintreten. Und mit «unsere Ideen» ist eben nicht nur das gemeint, was die Verbände und die Wirtschaft beschäftigt. «Die FDP hat sich zunehmend auch um das tägliche Leben der Menschen zu kümmern.»

Mutig liberale Werte vertreten

Bei allen Ideen und bei aller Frische dient uns eines als Kompass: Unsere Werte Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt. Daran müssen wir uns messen und uns täglich fragen, ob unsere Politik und unser Engagement am Gemeinwesen diesen Werten gerecht wird. Kantonal arbeiten wir schon intensiv daran. Wir sind dabei, unser Positionspapier zu überarbeiten. Letzten Samstag diskutierten wir erstmals einen Rohentwurf in der Präsidentenkonferenz, an welcher erfreulicherweise über 40 Freisinnige teilnahmen. Hätten die Präsidentinnen und Präsidenten letzten Samstag entschieden, wären wir noch liberaler geworden. Nicht in wenigen Themen haben wir aus meiner Sicht richtige Schritte diskutiert und gemacht. Bei vielen Fragen haben wir uns aber auch nicht getraut, das liberale Maximum zu fordern, sondern haben schon den Kompromiss vorweggenommen. Hier brauchen wir vielleicht noch etwas mehr Mut, den dürfen wir – um mehr Konturen zu bekommen – ruhig zeigen.

Mit einer aktiven Basis zum Erfolg

Wir haben mit Ihnen, geschätzte Mitglieder, eine sehr engagierte Basis. Ich spüre das, wenn ich die verschiedenen Veranstaltungen im Kanton besuche. Mir macht es grosse Freude mit dieser aktiven Partei und den engagierten Freisinnigen unterwegs sein zu dürfen. Wir haben weiter im vergangenen Jahr organisatorisch die richtigen Voraussetzungen getroffen. Und wir sind grundsätzlich im Aufwind. Jetzt müssen wir noch etwas mehr Mut für ein liberales, eigenständigeres Profil zeigen und gemeinsam mit voller Kraft für den Erfolg 2019 und 2020 kämpfen.

Geschätzte Freisinnige: Wir müssen es nicht allen recht machen – 30% genügen.

Rede downloaden

Steuerliche Entlastungen für Familien und Kinderbetreuung

Erfolgreiche Aprilsession für die FDP-Fraktion

Mit den Stimmen der FDP-Fraktion wurden heute die Familien im Kanton St.Gallen steuerlich entlastet sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steuerlich attraktiver gestaltet. In einem nächsten Schritt gilt es nun, den gesamten Mittelstand sowie die Unternehmen zu berücksichtigen. Der Kantonsrat hat zudem die Aufsicht der Berufsfachschulen klar und milizfreundlich geregelt. Den Nachträgen zum Volksschulgesetz und damit der gesetzlichen Verankerung des Niveaugruppenunterrichts hat die FDP ebenfalls zugestimmt.

Die FDP hat sowohl den Kantonsratsbeschluss zur Forensikstation als auch den Kantonsratsbeschluss zum Regionalgefängnis unterstützt. Beide Vorlagen waren unbestritten. Ebenfalls mehrheitlich und ohne substantielle Änderungen wurden die beiden Nachträge zum Staatsverwaltungsgesetz sowie das Publikationsgesetz in erster Lesung diskutiert. Mit dem neuen Publikationsgesetz gilt die elektronische Fassung des Amtsblattes und der Gesetzessammlung neu als massgeblich. Die FDP begrüsst diesen durch die voranschreitende Digitalisierung längst überfälligen Schritt. Beim Gesetz über die Religionsgemeinschaften hat sich die FDP in der Debatte klar gegen eine kantonale Anerkennung privatrechtlich organisierter Religionsgemeinschaften gestellt. Eine solche hätte rein symbolischen Charakter ohne konkrete Implikationen gehabt. Die FDP ist dahingegen der Ansicht, dass es für einen fruchtbaren, auf wechselseitiges Verständnis ausgerichteten interreligiösen Dialog, keiner besonderer gesetzlichen Grundlage bedarf.

Familien entlastet

Die Debatte zum Steuergesetz wurde sehr emotional und hart geführt. Die FDP-Fraktion hat sich dabei erfolgreich für die Erhöhung des Abzugs bei Drittbetreuungskosten sowie beim Krankenversicherungsabzug für Kinder eingesetzt. Mit den beiden Vorlagen werden nun zum einen die Familien finanziell entlastet. Zum anderen wird auch die Standortattraktivität erhöht, indem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steuerlich attraktiver gestaltet wird. Klar ist, dass die FDP bei der nächsten Steuerdebatte anlässlich der Steuervorlage 17 auch die Entlastung des gesamten Mittelstandes sowie der Unternehmen fordert.

Klare Verhältnisse geschaffen

Bei der Beratung der Vorlage zur Berufsbildung hat sich die FDP-Fraktion hinter die Anträge der vorberatenden Kommission gestellt. Im Rahmen der dem Kantonsrat vorgelegten Vorlage wurde das Modell «Linie mit Beibehaltung der Berufsfachschulkommissionen», jedoch mit neu definierten Aufgaben, vorgeschlagen. Dieses Modell vereint die Vorteile der in der Vernehmlassung favorisierten Modelle. Die gestellten Rückweisungsanträge hat die Fraktion allesamt abgelehnt. Auch im Plenum hatten diese glücklicherweise nicht genügend Zuspruch. Das nun verabschiedete Modell schafft klare Verhältnisse und stärkt das Milizsystem.

Niveaugruppenunterricht wird begrüsst

Die Nachträge zum Volkschulgesetz war grösstenteils unbestritten. Diskussionen wurde insbesondere um den Niveaugruppenunterricht geführt. Die vorberatende Kommission hat dem Rat beantragt, das von der Regierung vorgesehen Obligatorium zur Führung von mindestens einem Fach in Niveaugruppen abzulehnen, und stattdessen gefordert, dass im Gesetz lediglich eine Kann-Formulierung verwendet wird. Damit wird den Schulträgern die Kompetenz übertragen, selber zu entscheiden, ob Niveaugruppenunterricht durchgeführt werden soll. Die FDP und schliesslich auch der Kantonsrat haben diesem Antrag zugestimmt. Ist es doch sinnvoll, dass diese Entscheide durch die Schulträger gefällt werden und damit die lokalen Gegebenheiten – wie z. B. die Grösse einer Schule – berücksichtig werden.

Medienmitteilung downloaden

Antworten der Regierung sind ungenügend

Regierung beantwortet Spitalinterpellation – FDP und SVP doppeln nach

Die FDP- und die SVP-Fraktion reichen gemeinsam eine weitere Interpellation zu den Spitalfinanzen ein. Die bisherigen Antworten der Regierung waren ungenügend.

Die Regierung hat die gemeinsam mit der SVP eingereichte Interpellation «Spitalfinanzen – wann kommt die Wahrheit auf den Tisch?» beantwortet. Die FDP-Fraktion ist mit der Antwort der Regierung überhaupt nicht zufrieden. Zentrale Fragen wurden nicht beantwortet. Mit der SVP wurde deshalb eine dritte Interpellation zu den Spitalfinanzen eingereicht, deren Beantwortung definitiv Klarheit schaffen soll. Sie trägt den Titel «Spitalfinanzen: Betreibt die Regierung Augenwischerei und zieht sich aus der Verantwortung?».

Spitalstandorte sind Sache des Kantonsrates

Die Regierung hat in den letzten Monaten behauptet, die Frage nach den Spitalstandorten sei in der Kompetenz des Verwaltungsrates der Spitalverbunde und könne nicht beantwortet werden. Nach gültigem Recht werden die Standorte aber durch den Kantonsrat festgelegt. Die beiden Fraktionen haben deshalb die Frage gestellt, wann dem Kantonsrat eine entsprechende Vorlage zugeleitet werde.

Finanzen sind definitiv in Schieflage

Dass die finanzielle Lage der Spitäler nicht prekär ist, behauptet zwischenzeitlich niemand mehr. Offen ist, wie die Regierung gedenkt, die enormen Defizite mittelfristig zu decken. Das Eigenkapital der Spitalverbunde reicht dazu nicht. Entsprechend braucht es eine massive Strukturreform, Leistungskonzentration oder dutzende Millionen Steuergelder. Die beiden Fraktionen erwarten von der Regierung diesbezüglich klare Aussagen.

Interpellation vom 23.04.2018 downloaden

Interpellation 51.18.08 vom 19. Februar 2018 downloaden

Antwort der Regierung vom 27. März 2018 (51.18.08) downloaden

Medienmitteilung downloaden

Mehr Frauenpower für die FDP-Kantonsratsfraktion

Pool wird für Zuberbühler eingewechselt

Nach insgesamt 13 Jahren aktiven Wirkens im St.Galler Kantonsrat, davon viele Jahre in der gewichtigen Finanzkommission, ist der Gommiswalder Unternehmer Peter Zuberbühler an der Februarsession von der kantonalen politischen Bühne abgetreten. Die FDP-Kantonsratsfraktion bedankt sich ganz herzlich bei Peter Zuberbühler für sein enormes Engagement zum Wohle des Kantons und für die Fraktion. Nachfolgen kann aufgrund ihres hervorragenden Resultats bei den Kantonsratswahlen 2016 eine Frau – nämlich die Uzner Tierärztin Dr. med. vet. Brigitte Pool. Sie wird heute als Kantonsrätin vereidigt.

Von Basel nach Uznach

Brigitte Pool wurde 1960 in Basel geboren und wuchs im Kanton Baselland auf. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte sie ein Studium der Veterinärmedizin an der Universität Zürich, wo sie später an der Veterinärmedizinischen Fakultät einen Doktortitel erlangte. Nach dem Studium sammelte Pool in verschiedenen Tierarztpraxen Erfahrungen, spezialisierte sich zunehmend auf Kleintiere und betreibt seit 1986 zusammen mit ihrem Ehemann Romano Pool eine eigene Praxis in Uznach.

Erfahrene Gemeindepolitikerin

Ihre politische Karriere startete Brigitte Pool dann auch in Uznach, wo sie acht Jahre lang im Gemeinderat mitwirkte, von 2009 – 2012 sogar als Vizegemeindepräsidentin. Ausserdem engagierte sie sich viele Jahre auch im Vorstand der FDP Orts- und Regionalpartei.

Klare Ziele vor Augen

Pool durfte bereits an ihren ersten beiden Fraktionssitzung teilnehmen und hat für ihre Amtszeit im Kantonsrat klare Ziele: „Im Kantonsrat möchte ich verantwortungsvoll langfristige Lösungen erarbeiten, damit auch unsere Nachkommen in Sicherheit, Wohlstand und einer intakten Umwelt leben können“. Sie sei sich ausserdem wieder einmal bewusst geworden, welch schätzenswertes und einmaliges politisches System die Schweiz habe und freue sich sehr, ein Teil davon zu sein. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf liberaler und KMU-freundlicher Wirtschaftspolitik, dem Kampf für eine fortschrittliche und kostenbewusste Gesundheitspolitik und einer zukunftsorientierten Bildungspolitik, welche auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht ausser Acht lässt. Die FDP-Kantonsratsfraktion begrüsst Brigitte Pool ganz herzlich in ihren Reihen und freut sich auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Communiqué herunterladen

Keine Zwängerei bei Schulen und Religionsgesetz

FDP-Fraktion bereitet Aprilsession vor

Heute Samstag, 14.04.2018, traf sich die FDP-Kantonsratsfraktion in den Räumlichkeiten des Abwasserverbandes Altenrhein, um die Geschäfte der Aprilsession vorzubereiten.

Familien entlasten

Den XIII. und den XIV. Nachtrag zum Steuergesetz wird durch die FDP vollumfänglich unterstützt. Geht es bei Letzterem insbesondere um den Nachvollzug bundesrechtlicher Änderungen, schlägt die Regierung mit dem XIII. Nachtrag eine Erhöhung des Versicherungsprämienabzugs für Kinder vor. Die FDP ist überzeugt, dass diese tarifarische Massnahme finanzierbar ist und sie zudem einem Grossteil der Bevölkerung zu Gute kommt. In einem nächsten Schritt sollen dann im Zuge der Steuervorlage 17 Unternehmen und Privatpersonen entlastet werden.

«Kleine Anerkennung» unnötig

Die FDP begrüsst beim Religionsgesetz den Verzicht auf eine sogenannte «kleine Anerkennung» – sie hat bereits in der Vernehmlassung darauf hingewirkt. Die Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften wäre reine Symbolpolitik. Allfällige Anträge zur kleinen Anerkennung würden durch die Fraktion als Zwängerei beurteilt und entsprechend abgelehnt werden. Der Kommission folgend, wird die FDP der beantragten Änderung des Erlasstitels zustimmen.

Schulträger nicht zu Niveaugruppen zwingen

Die FDP unterstützt auch den XX. und XXI. Nachtrag zum Volksschulgesetz. Die FDP ist froh darüber, dass die vorberatende Kommission auf die Obligatorischerklärung von Niveaugruppen-Unterricht verzichten möchte. Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips soll diese Entscheidung den Schulträgern überlassen werden –  so wie es der Antrag der Kommission vorsieht. Ebenfalls unterstützt werden die Vorlagen und Kommissionsanträge zum Publikationsgesetz, die Nachträge zum Staatsverwaltungsgesetz sowie der Kantonsratsbeschluss zur Errichtung einer Forensikstation. Die Nachträge zum Einführungsgesetz über die Berufsbildung und der Kantonsratsbeschluss zum Regionalgefängnis Altstätten werden erst an der Fraktionssitzung am Sessionsmontag besprochen.

Hochinnovativer Betrieb bringt FDP-Fraktion zum Staunen

FDP-Fraktion besucht Abwasserverband Altenrhein

Heute Samstag, 14.04.2018, traf sich die FDP-Kantonsratsfraktion in den Räumlichkeiten des Abwasserverbandes Altenrhein, um die Geschäfte der Aprilsession vorzubereiten. Im Anschluss an die Sitzung wurde die Fraktion durch den Geschäftsführer des Abwasserverbandes, Dr. Christoph Egli, durch die Anlage geführt. Fachkundig und mit viel Engagement erklärte Egli die verschiedenen Prozessschritte und informierte die Fraktionsmitglieder über laufende Erweiterungsprojekte.

Besonders beeindruckend ist dabei, dass der Abwasserverband Altenrhein nicht nur die grösste Anlage im Kanton St.Gallen unterhält, sondern sich auch einen Namen als innovativer Vorzeigebetrieb gemacht hat. Als eine der ersten Anlagen überhaupt, baut der AVA eine vierte Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen wie Hormonen. Beeindruckend war auch der Umstand, dass die Anlage energetisch Autark funktioniert – also die benötigte Energie gleich selbst produziert bzw. sogar Energie an andere Unternehmen verkaufen kann.

Die FDP-Fraktion dankt der Gemeinde Thal mit Gemeindepräsident Robert Raths sowie dem Abwasserververband und insbesondere Christoph Egli für die Gastfreundschaft.

Alarmierend: Viertelmilliarde für die Spitäler

Kanton präsentiert Rechnungsabschluss 2017

Der Rechnungsabschluss 2017 ist grundsätzlich befriedigend. Ins Auge fallen aber insbesondere die nötigen, massiven Wertberichtigungen bei den Spitalimmobilien sowie die steigenden Gesundheits- und Sozialkosten. Wie von der FDP erwartet, zeichnet sich bei den Spitalfinanzen ein Fiasko ab, das den Steuerzahler noch enorm belasten wird. Das bedroht wichtige Investitionen in die Zukunft unsers Gemeinwesens.

Die Regierung hat heute Montag, 19.03.2018, den Rechnungsabschluss für das Jahr 2017 präsentiert. Der Ertragsüberschuss liegt bedeutend tiefer als budgetiert. Demgegenüber steht ein besseres operatives Ergebnis als geplant. Dies weniger aus Eigenleistung des Kantons, sondern vielmehr aufgrund externer Faktoren wie der höheren Ausschüttung der Schweizerischen Nationalbank. Insgesamt erachtet die FDP die Rechnung 2017 grundsätzlich als erfreulich und begrüsst insbesondere die Stagnation des Staatsquotenwachstums.

Spitalfinanzen bereiten grosse Sorgen

Getrübt wird das Ergebnis durch die massive Wertberichtigung beim Dotationskapital für die Spitalimmobilien im Umfang von 235.6 Mio. Franken, was rund ¼ der seinerzeit beschlossenen Spitalinvestitionen beträgt. Wie die FDP bereits erwartet hat, wurde diese Wertberichtigungen aufgrund der schlechten Ertragslage der Spitäler nötig. Die FDP nimmt zur Kenntnis, dass die Regierung betreffend die desolaten finanziellen Aussichten der Spitäler beginnt, reinen Tisch zu machen. Im Rahmen der Beantwortung einer Interpellation bliebt die Regierung die geforderte Transparenz noch schuldig. Aus diesem Grund ist zwischenzeitlich eine weitere Interpellation hängig, die gemeinsam mit der SVP-Fraktion eingereicht wurde. Die FDP befürchtet, dass die Wertberichtigung nur ein erster Schritt in einer Reihe von weiteren Massnahmen bei der Korrektur der Spitalfinanzen ist. Sicher ist nur, dass diese Massnahmen die Staatskasse und damit die Steuerzahler in mehrstelliger Millionenhöhe belasten werden.

Ungebremstes Wachstum bei Gesundheits- und Sozialkosten

Aber nicht nur bei den Spitalfinanzen steigt das finanzielle Engagement des Kantons, sondern auch in weiteren Bereichen der Gesundheitsversorgung und der Sozialbeiträge. Der Kanton muss hier entsprechende Massnahmen ergreifen, damit das Kostenwachstum in diesen Bereichen nicht weiterhin ungebremst weitergeht. Ergreift der Kanton keine Massnahmen, sind letztendlich für Wirtschaft und Gesellschaft zentrale Projekte wie z. B. die IT-Bildungsoffensive in grosser Gefahr. Vor allem dann, wenn die Rechnung nicht wie im vorliegenden Fall durch ausserordentliche Erträgen „geschönt“ werden kann.

Steuerliche Attraktivität erhöhen

Befriedigend nimmt die FDP zur Kenntnis, dass die Regierung den Kanton für Unternehmen steuerlich attraktiver machen will. Die ist insbesondere auf einen gemeinsamen Vorstoss der FDP-, der SP-GRÜ- sowie der CVP-GLP-Fraktion zurückzuführen. Nur wenn der Kanton steuerlich attraktiver wird und dadurch mehr Steuersubstrat generiert, kommen die Finanzen bei gleichzeitiger Senkung der Staatsausgaben sowie der Staatsquoten mittelfristig ins Lot. Langfristig soll der Kanton vom Nehmer- zum Geberkanton werden. Dafür setzt sich die FDP ein.

Communiqué downloaden

Keine Kardiologie ohne Herzchirurgie

Kantonsrat verabschiedet Bericht zur Herzchirurgie

Nach den harten Debatten um den Aufgaben- und Finanzplan stand die Herzchirurgie im Zentrum der restlichen Ratsdiskussion. Gut 10 Jahre nach Gutheissung des FDP-Postulats 2007 liegt nun endlich der Bericht der Regierung zur Herzchirurgie vor. Der Aufbau einer Herzchirurgie hätte einen positiven Einfluss auf die Ertragssituation der St.Galler Spitäler. Fliessen doch heute aufgrund des Fehlens einer Herzchirurgie Millionen insbesondere in den Kanton Zürich. Eine Herzchirurgie würde Einnahmen von rund 7 Mio. Franken pro Jahr ermöglichen – darin nicht eingerechnet ist die erwartete Wertschöpfung von 17-20 Mio. Franken. Aber nicht nur die finanziellen Aspekte sind wichtig: Die Errichtung einer Herzchirurgie ist auch aus fachlichen Gründen richtig. Denn eine Kardiologie – wie wir sie heute im Kanton kennen – ist zukünftig ohne Herzchirurgie nicht mehr möglich. Mit einer Herzchirurgie machen wir die St.Galler Spitäler für Patientinnen und Patienten, aber auch für auszubildende Ärztinnen und Ärzte attraktiv. Gerade diese Attraktivität brauchen wir in Hinblick auf die Spitalfinanzen dringend.

–> Hier gehts zum Videobeitrag!

FDP schmiedet erfolgreich einen Kompromiss

Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021

Die FDP hat gemeinsam mit der CVP-GLP- sowie der SP-Grünen-Fraktion einen Antrag zum AFP 2019-2021 eingereicht, dem der Kantonsrat heute zugestimmt hat. Damit wurde von den drei Fraktionen ein sehr guter, ausgeglichener Kompromiss geschmiedet. Die FDP freut sich über die erfolgreich durchgesetzten steuerlichen Entlastungen. Kein Kompromiss war hingegen bei den Stellen für die Kantonspolizei möglich. CVP und SVP stellten sich gegen den Ausbau des Polizeikorps.

In der Eintretensdebatte bezogen die Fraktionen ihre Stellungen. Bereits vor Eintreten des Rates auf die Vorlage der Regierung war klar, dass harte Debatten bevorstünden. FDP-Sprecher und Kantonsrat Erich Baumann warf der Regierung in seinem Votum vor, nur Minimallösungen ohne Zukunftsperspektiven vorzulegen. «Die Regierung nimmt ihre Führungsverantwortung nicht wahr und bleibt visionslos. Nun muss das Parlament diesen Ball annehmen. Genau das machen wir mit unseren Anträgen», so Baumann.

Steuerliche Entlastungen beschlossen

Die Fraktionen von CVP-GLP, FDP und SP-Grünen haben gemeinsam einen Antrag zum Aufgaben- und Finanzplan eingereicht. Mit diesem Antrag stehen alle drei Fraktionen für einen Kompromiss ein, der sowohl Private steuerlich entlastet als auch Zielvorgaben für die Unternehmenssteuerreform formuliert. Gleichzeitig soll mit einem runden Tisch mit allen Fraktionen die Sozialverträglichkeit sichergestellt werden. «Mit dem gewählten Vorgehen hat die Regierung drei Stellschrauben – namentlich den Gewinnsteuersatz, den Umfang der Inputförderung sowie die Entlastungsbegrenzung. Mit diesen kann sie private und juristische Personen gezielt entlasten. Ziel ist es also, der Regierung genügend Spielraum für eine austarierte Steuerpolitik zu ermöglichen», erklärte Fraktionspräsident Beat Tinner den überparteilichen Antrag, der auch von staatspolitischer Verantwortung geprägt war.

Pauschale Steuersenkung chancenlos

Die ursprünglich ebenfalls von der FDP unterstützte pauschale Senkung des Staatssteuerfusses um 5% war damit im Kantonsrat chancenlos. Die FDP erachtet die Entlastung von Privatpersonen und Unternehmen im Sinne des Kompromisses als um ein Vielfaches vernünftiger. Einmal mehr hat die FDP damit ihre staatspolitische Bedeutung als Brückenbauerin zu Gunsten der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen unter Beweis gestellt.

CVP stellt sich gegen mehr Sicherheit

Die FDP hat im Rat gemeinsam mit der SP-Grünen-Fraktion zudem den Antrag gestellt, den Sockelpersonalaufwand so zu erhöhen, dass damit im Kantonspolizeikorps 38 Stellen geschaffen werden können. «Ausgehend vom Bericht 40.09.01 ‹Innere Sicherheit im Kanton St.Gallen› aus dem Jahr 2009 wurde die Notwendigkeit einer Aufstockung des Korpsbestands bei der Kantonspolizei im Bericht 40.14.05 ‹Polizeiliche Sicherheit im Kanton St.Gallen› eingehend begründet und in diesem Rahmen beschlossen. Es ist nun sachgerecht, dass wir dafür auch die nötigen Mittel sprechen», votierte Fraktionspräsident Beat Tinner. Der Rat folgt diesem Antrag bedauerlicherweise nicht. CVP-GLP und SVP haben gemeinsam den Ausbau des Polizeikorps gestoppt und sich damit gegen die Sicherheit in unserem Kanton entschieden.

FDP reicht weitere Interpellation zu den Spitalfinanzen ein

Sessionsmontag im Zeichen der Gesundheits- und Spitalpolitik

Die FDP begrüsst das neue Suchtpräventionskonzept sowie das klare Bekenntnis zum Ostschweizer Kinderspital. Unzufrieden ist die FDP mit der Situation um die Spitalfinanzen. Die FDP hat deshalb gemeinsam mit der SVP-Fraktion eine weitere Interpellation zum drohenden Fiasko bei den Spitalfinanzen eingereicht.

Der Sessionsmontag stand ganz im Zeichen der Gesundheits- und Spitalpolitik. Der Kantonsrat hat das Suchtpräventionskonzept mit Unterstützung der FDP verabschiedet. Kantonsrätin Elisabeth Brunner-Müller ging in ihrem Votum darauf ein, dass durch Prävention die Gesundheitskosten langfristig merklich gesenkt werden können. Die FDP hat zudem den Antrag der CVP-GLP-Fraktion, das Suchtpräventionskonzept ohne Erhöhung der finanziellen Mittel und mit den vorhandenen Ressourcen umzusetzen, grossmehrheitlich unterstützt.

Klares JA zum Kinderspital

Die Fraktion hat sich in der Beratung des Kantonsratsbeschlusses über die Gewährung eines zusätzlichen Darlehens an die Stiftung Ostschweizer Kinderspital klar für letzteres ausgesprochen. «An der Notwendigkeit des Ostschweizer Kinderspitals OSK zweifelt unsere Fraktion nicht, ganz im Gegenteil. Das OSK ist und bleibt das Endversorgerspital für Säuglinge, Kinder und Jugendliche der Ostschweiz, insbesondere für den Kanton St.Gallen, den Thurgau, das Fürstentum Lichtenstein und die beiden Appenzell,» votierte Kantonsrat Thomas Ammann vor dem Eintreten des Rates auf die Vorlage. Die FDP hat sich zudem dafür stark gemacht, dass sich der Rat nicht für ein Darlehen ausspricht, das sowieso nicht zurückbezahlt werden kann, sondern stattdessen eine Einlage in das Stiftungskapital macht. Leider ist der Rat dem entsprechenden Antrag der vorberatenden Kommission nicht gefolgt.

Regierung ist in der Pflicht

Wie im Vorfeld zur Session bereits mitgeteilt, ist die FDP-Fraktion mit der Antwort der Regierung zu den Spitalfinanzen nicht zufrieden. In seinem Votum nahm Fraktionspräsident Beat Tinner die Regierung als Vertreterin der Eigentümer der Spitalinfrastruktur in die politische Pflicht. Regierung und Verwaltungsrat müssen nun gemeinsame diese Verantwortung wahrnehmen und Massnahmen ergreifen, um das drohende Fiasko zu verhindern. Tinner betonte dabei mit Nachdruck, dass es der FDP nicht um die Diskussion einzelner Standorte geht, sondern um eine Gesamtbetrachtung der Bauvorhaben unter Berücksichtigung der neuen Ertragslage. Kantonsrat Walter Locher doppelte nach und forderte den Rat dazu auf, das Gesundheitssystem nicht an die Wand zu fahren. Um den Druck auf Regierung und Verwaltungsrat hoch zu halten, endlich reinen Tisch zu machen, hat die FDP gemeinsam mit der SVP-Fraktion eine weitere Interpellation eingereicht.

–> Hier geht’s zum Videobeitrag

Mittelstand und Unternehmen steuerlich entlasten

Fraktionssitzung der FDP zu den Geschäften der Februarsession

Die FDP wird sich für steuerliche Entlastung des Mittelstandes und der Unternehmen einsetzen, ist dabei aber auch für Kompromisse aufgeschlossen. Sollte mit den anderen Parteien keine Einigung möglich sein, wird die Fraktion aber auf der Senkung des Staatssteuerfusses bestehen. Bei den Spitalfinanzen werden die Freisinnigen den Druck hochhalten und einen weiteren Vorstoss einreichen.

Die FDP-Fraktion im Kantonsrat hat sich heute in den Räumlichkeiten der Otto Hofstetter AG in Uznach zur Fraktionssitzung getroffen und die Geschäfte der Februarsession vorbereitet. Sie hat in Zusammenhang mit der Diskussion um den Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021 (AFP) die Senkung des Staatssteuerfuss nochmals intensiv diskutiert. Sie vertritt weiterhin die Haltung, dass der Kanton steuerlich attraktiver werden muss. Im Sinne eines Kompromisses ist die FDP aber auch bereit, die Senkung des Staatssteuerfusses zugunsten der Steuervorlage 17 in Verbindung mit tariflichen Erleichterungen für natürliche Personen zurückzustellen. Die FDP wird hier über die Parteigrenzen hinweg versuchen, eine Lösung zu finden. Sollte sich aber keine Lösung abzeichnen, wird die Fraktion auf der Senkung des Staatssteuerfusses bestehen.

Wer A sagt muss auch B sagen

Des Weiteren unterstützt die FDP den Antrag der Finanzkommission, auf die Totalrevision des Hundegesetzes zu verzichten. Das fragliche Gesetzesvorhaben ist seit Jahren im Gesundheitsdepartement pendent. Da zwischenzeitlich das Problem der bissigen Hunde auf Bundesebene gelöst wurde, braucht es diesbezüglich im Kanton keine Anstrengungen mehr. Betreffend Personalaufwand für die Kantonspolizei unterstützt die FDP den Antrag der Regierung. Der Kantonsrat hat der Aufstockung des Polizeikorps einstmals zugestimmt – folgerichtig müssen nun auch die entsprechenden Mittel bereitgestellt werden. Die FDP möchte sogar einen Schritt weitergehen und den Sockelpersonalaufwand um den entsprechenden Beitrag erhöhen.

Fass ohne Boden

Die Antwort der Regierung auf die Interpellation betreffend die Spitalfinanzen wurde ebenfalls eingehend diskutiert. Die Antwort der Regierung ist in hohem Masse unbefriedigend, wie die FDP bereits verlautbarte. Die Fraktion ist sich bewusst, dass die strategische und betriebswirtschaftliche Verantwortung beim Verwaltungsrat der Spitalverbunde liegt. Die politische Verantwortung muss aber weiterhin die Regierung als Eignerin und Bestellerin der Spitalleistungen übernehmen. Die FDP wird deshalb mit einer zweiten Interpellation die Fragen konkretisieren und erhofft sich dadurch, dass die Regierung endlich klare Antworten liefert und bezüglich des sich anbahnenden Fiaskos reinen Tisch macht. Die FDP befürchtet nämlich, dass die gewährten Darlehen mit Steuergeldern abgeschrieben werden müssen.

Nachhaltige Eigenkapitalstärkung

Die FDP stimmt in der Frage der Kinderspital-Vorlage dem Antrag der vorberatenden Kommission zu. Sie ist der Auffassung, dass eine Eigenkapitalstärkung nachhaltiger als die Gewährung eines Darlehens ist, das mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht zurückgezahlt werden kann. In Sachen Genehmigung der Wahl von Mitgliedern des Verwaltungsrates der Spitalverbunde hat die FDP noch nicht beraten und wartet die Hearings am Vormittag des ersten Sessionstages ab.

Medienmitteilung downloaden

 

Spitalfinanzen – Fiasko vorprogrammiert!

FDP-Interpellation und Antwort der Regierung zu den Spitalinvestitionen

Bei der Finanzierung der Spitalbauten ist ein Fiasko vorprogrammiert. Auf Druck der FDP wurden gewisse Fragen nun zwar geklärt, befriedigend sind die Antworten aber nicht. Die Ertragslage der Spitäler verschlechtert sich infolge sinkender Tarife und Rückgang an zusatzversicherten Patienten weiter. Nun gilt es, die Bauprojekte nochmals kritisch zu prüfen und frühzeitig geeignete Massnahmen umzusetzen.

Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass die Finanzierung der Spitalbauten gesichert sei. In den Botschaften zu den Spitalbauten ist man von steigenden Tarifen und höheren Frequenzen ausgegangen. Die Situation präsentiert sich nun umgekehrt. Die ursprünglich angenommene finanzielle Tragbarkeit der Projekte ist in Frage gestellt. Die Bevölkerung hat diesen Projekten aber unter diesen Vorzeichen zugestimmt. Die FDP beobachtet die Entwicklung der Spitalfinanzen seit Längerem mit grosser Sorge. Sie hat deshalb im September 2017 eine Interpellation mit dem Titel «Spitalinvestitionen – Fiasko vorprogrammiert!» eingereicht. Die Interpellation fragt danach, was die Regierung zu unternehmen gedenke, sollten sich die laufenden Spitalbauprojekte als nicht finanzierbar erweisen. Zudem fragt die FDP, wie die Regierung auf die bedenkliche Ertragssituation infolge sinkender Tarife reagieren werde. Erst auf weiteren Druck der FDP hat die Regierung nun nach langer Zeit geantwortet. Die Befürchtungen der FDP haben sich bewahrheitet: Das Fiasko ist tatsächlich vorprogrammiert – die Regierung will das einfach nicht wahrhaben.

Folgen für einzelne Standorte unklar

Die Antwort der Regierung ist schwammig. Die Regierung räumt ein, dass die Ertragslage tatsächlich bedenklich sei. Dass dadurch aber die Finanzierung der beschlossenen Investitionen nicht gesichert sei, erwähnt sie nicht explizit. Sie spricht nur davon, dass das Leistungsangebot allenfalls überdacht werden müsse. Die FDP wird von der Regierung wissen wollen, was sie unter «Überprüfung des Leistungsangebots» versteht. Insbesondere die möglichen Folgen auf die Strukturen der einzelnen Standorte sind unklar.

Alternativen wurden nicht geprüft

Das liegt auch daran, dass der Verwaltungsrat für den Standort Altstätten zwar zwei Gutachten in Auftrag gegeben hat und diese Gutachten beide zum Schluss kamen, dass Alternativen zum geplanten Bauprojekt im Sinne einer Machbarkeitsstudie geprüft werden sollten. Nach Rücksprache mit dem Bau- und Gesundheitsdepartement wurde auf die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie aber verzichtet. Konkret heisst das, dass die Regierung darauf verzichtet, sich möglicherweise anbahnender Probleme proaktiv anzunehmen. Die FDP fordert deshalb nochmals mit Nachdruck, dass allfällige Überschreitungen von Baukosten frühzeitig erkannt und durch geeignete Massnahmen – von der Reduktion des Leistungsangebots bis hin zum Stopp des Bauprojekts – rechtzeitig angegangen werden.

Realitätsverweigerung

Die FDP vermutet, dass die Regierung die Realität teilweise verweigert. Das zeigt sich auch im Umstand, dass die Regierung den Titel des Vorstosses geändert hat. Sie spricht nicht von einem vorprogrammierten Fiasko, sondern stellt im Titel lapidar die Frage, ob denn die Finanzierung der Spitalinvestitionen gesichert sei. Immerhin können die genannten Entwicklungen und mögliche Lösungen dank der FDP nun diskutiert werden. Ob die Regierung und der Verwaltungsrat der Spitalverbunde diesen Ball annehmen und strategisch die richtigen Entscheidungen treffen wird, muss aufgrund der vorliegenden Antwort stark bezweifelt werden. Die FDP bleibt dran.

Medienmitteilung downloaden

Klares JA zum Theater und knappes NEIN zu NoBillag

Mitgliederversammlung der FDP.Die Liberalen St.Gallen

Die Mitgliederversammlung mit rekordverdächtigen über 200 Teilnehmenden fasste für die neue Finanzordnung sowie die Theater-Vorlage klare JA-Parolen. Das NEIN zu NoBillag fiel indes äusserst knapp aus.

Die FDP traf sich am Donnerstag in den Räumlichkeiten des Theaters St.Gallen bzw. der Tonhalle zur ersten Mitgliederversammlung im neuen Jahr. Zu Beginn wurden die Freisinnigen persönlich von Theater-Direktor Werner Signer «hinter die Kulissen» geführt. Die Mitglieder der FDP konnten sich also persönlich davon überzeugen, dass grosser Handlungsbedarf für eine Sanierung und Erweiterung des Theater St.Gallen besteht.

Rekordverdächtige Teilnehmerzahl

Nach der Führung begrüsste Kantonalpräsident Raphael Frei über 200 Freisinnige im Foyer der Tonhalle zum formellen Teil der Versammlung. In seiner Rede blickte er insbesondere auf die Herausforderungen im neuen Jahr und zeigte sich überzeugt, dass mit einer Politik nach den freisinnigen Werten Freiheit, Gemeinsinn und Fortschritt dieselben zu lösen seien. Bevor die drei Abstimmungsvorlagen präsentiert und diskutiert wurden, richtete Stadtpräsident und FDP-Kantonsrat Thomas Scheitlin seine Grussworte an die Anwesenden. Er unterliess es nicht, die Bedeutung des gewählten, «kulturträchtigen» Durchführungsortes für die Stadt St.Gallen zu betonen und klar Position für ein JA zum Theater zu beziehen. Die Freisinnigen dankten es ihm mit warmem Applaus.

Unbestrittenes JA zur NFO

Der Bundesbeschluss über die neue Finanzordnung 2021 (NFO) wurde durch FDP-Nationalrat Walter Müller vorgestellt. Er ging insbesondere auf die Geschichte der Mehrwertsteuer und der direkten Bundessteuer sowie auf die Folgen eines Neins ein. Ohne Diskussion fassten die Freisinnigen die JA-Parole mit 166 zu 16 Stimmen.

Knappes Nein zu NoBillag

Nach einer kurzen Vorstellung durch Vizepräsident Dr. Sven Bradke diskutierte ein hochkarätiges Podium bestehend aus Nationalrat Markus Ritter (CVP), René Rohner (SRG Ostschweiz), Stefan Millius (Medienunternehmer) und Ramiz Ibrahimovic (Jungfreisinnige) pro und contra der umstrittenen Vorlage. Vor der Parolenfassung ergriff eine grosse Anzahl an Freisinnigen und Jungfreisinnigen das Wort. Die differenzierte Diskussion spiegelte sich sodann auch im Schlussresultat: Die FDP fasste die NEIN-Parole knapp mit 99 zu 91 Stimmen.

Erneuerung und Umbau sind nötig

Als Letztes widmeten sich die Mitglieder der FDP dem Kantonsratsbeschluss über Erneuerung und Umbau des Theaters St.Gallen. Nach der Einführung durch Susanne Vincenz-Stauffacher kreuzten SVP-Kantonsrat Toni Thoma und FDP-Kantonsrat Andreas Hartmann die Klingen. In der Diskussion wurden insbesondere finanzielle und bauliche Aspekte des Projekts beleuchtet. Die Vorlage fand in den folgenden Voten aus dem Publikum grossen Zuspruch. Mit 143 zu 20 Stimmen fiel auch diese JA-Parole sehr deutlich aus. Die FDP wird sich im Abstimmungskampf aktiv für das Theater St.Gallen einsetzen. Strahlt das Theater doch weit über die Grenzen des Kantons aus. Zudem ist es auch ein bedeutender Standortfaktor im gesamten Wirtschaftsraum Ostschweiz.

FDP unterstützt Forderung nach Steuersenkungen

Aufgaben und Finanzplan 2019-2021: Anträge der Finanzkommission

Nur durch gezielte Entlastungen des Staatshaushaltes, eine Senkung der Staatsquote, die Beseitigung struktureller Probleme sowie eine aktive Steigerung der Attraktivität können die Perspektiven unseres Kantons spürbar verbessert werden. Finanzpolitisch ist dafür mittelfristig eine markante Senkung von Steuern und Gebühren notwendig. Dafür setzt sich die FDP ein.

Die FDP unterstützt die Forderung der Finanzkommission nach einer Senkung des Staatssteuerfusses ab 2019 um fünf Prozentpunkte. Verglichen mit seinen Nachbarkantonen, aber auch im gesamtschweizerischen Vergleich, belegt der Kanton St.Gallen in verschiedenen Rankings regelmässig einen der letzten Plätze. Die Wettbewerbsfähigkeit ist also dringend zu stärken. Die entsprechenden Analysen sind gemacht und die Hauptursachen bekannt. Handeln ist nun angezeigt!

Staatsquote senken

Nur mit einer Politik, die mittelfristig zu tieferen Steuern und Gebühren führt, kann der Kanton zukünftig an Wettbewerbsfähigkeit und damit an Attraktivität zulegen. Das Stichwort lautet: Mehr Steuersubstrat, und zwar sowohl von juristischen, als auch von natürlichen Personen. Dies erreicht der Kanton, indem er seine Leistungen grundlegend hinterfragt und ggf. den Staatshaushalt gezielt entlastet, die Staatsquote massiv senkt, strukturelle Probleme löst und mit geeigneten Massnahmen auch aktiv die Attraktivität des Standorts steigert. Letzeres gelänge z. B. durch die Schaffung attraktiver Wohnlagen im ganzen Kanton.

Aufgabenteilung und Abschreibungspraxis

Die FDP möchte zudem betonen, dass die Senkungen von Steuern und Gebühren nicht zu Lasten der Gemeinden geschehen darf. Nur wenn der Staat als Ganzes – also der Verbund von Kanton und Gemeinden – die finanzielle Belastung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen senkt, werden damit die gewünschten Effekte erzielt. Voraussetzung dafür ist eine klare Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden nach dem Subsidiaritätsprinzip und dem Grundsatz: «Wer zahlt, befiehlt». Des Weiteren erwartet die FDP, dass der Kanton seine Abschreibungspraxis überdenkt und eine Angleichung an die Praxis der Gemeinden prüft.

Hängiger Vorstoss der FDP im Spitalbereich

Im Bereich «Beseitigung struktureller Herausforderungen» ist die Gesundheitspolitik eines der Hauptthemenfelder. Die FDP hat dazu im September 2017 eine Interpellation zur Finanzierung von Spitalbauten eingereicht. Es wurden auch Fragen zur Verzögerung einzelner Spitalbauten gestellt. Die FDP beobachtet die Entwicklung der Spitalfinanzen mit grosser Sorge. Es ist davon auszugehen, dass das Dotationskapital und auch die Darlehen abgeschrieben werden müssten. Der Verwaltungsrat des Spitalverbundes wie auch die Regierung als Vertreterin des Eigners sind gefordert, rechtzeitig Gegenmassnahmen einzuleiten. Die FDP erwartet die Beantwortung des Vorstosses bis zur Februarsession.

Trendwende einleiten

Die Reaktion der Regierung auf die Forderungen der Finanzkommission kam postwendend. Die FDP ist überzeugt, dass bei einem Staatshaushalt von CHF 5 Mia. die Forderung nach einer Steuersenkung im Umfang von rund CHF 60 Mio. keine panikartigen Reaktionen auslösen darf. Einmal mehr ist die Regierung wenig visionär. Der Kanton muss nun eine Trendwende einleiten und sich das Ziel setzen, im Finanzausgleich vom Nehmer- zum Geberkanton zu werden. Neben den finanzpolitischen Massnahmen braucht es dafür klare Strategien in der Bildungs-, Verkehrs- und Standortpolitik sowie in der Raumplanung. Die FDP wird sich dafür im Kantonsrat engagieren und ihre Politik darauf ausrichten.

Finanzpolitik: Defensiv und nicht visionär

Regierung verabschiedet Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021

Die Regierung hat den Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021 (AFP) verabschiedet. Die FDP erachtet insbesondere die Aussagen zur steuerlichen Entwicklung als zu zurückhaltend. Zudem vertritt die FDP hinsichtlich der Staatsquote eine dezidiert andere Position. Für einen fortschrittlichen Kanton St.Gallen braucht es auch eine finanzpolitische Vision. Die FDP fordert deshalb, dass sich der Kanton St.Gallen langfristig zum Geberkanton entwickelt.

Die Regierung hat den Aufgaben- und Finanzplan 2019-2021 (AFP) verabschiedet und heute bezüglich dieser „grossen finanzpolitischen Herausforderungen“ kommuniziert. Die FDP erachtet den Hinweis der Regierung, es seien keine steuerlichen Massnahmen verantwortbar, als zu defensiv und wenig visionär. Die FDP hätte von der Regierung erwartet, dass sie sich ernsthafter mit der entsprechenden Forderung der Finanzkommission auseinandersetzt. Gerade im Bereich der hohen Abschreibungsquote stünde der Regierung beispielsweise noch Spielraum zur Verfügung.

Attraktiver werden

Die Freisinnigen sind der Überzeugung, dass der Kanton St.Gallen steuerlich attraktiver werden muss. So findet sich in der Mitteilung der Regierung auch das Steuermonitoring 2017. Dieses kommt fast durchgängig zum Schluss, dass der Kanton verglichen mit seinen Nachbarkantonen im steuerlichen Bereich auf den letzten Plätzen rangiert. Die Regierung muss sich zum Ziel nehmen, diese Situation zu verbessern und die Attraktivität für Private und Unternehmen zu erhöhen. Die FDP wird diese Entwicklungen weiter beobachten und sich nötigenfalls konkret für Steuer- und Gebührensenkungen einsetzen z. B. in Form eines Antrages auf Steuerfusssenkung.

Mehr Freiheit. Weniger Staat.

Die Regierung spricht zudem in Zusammenhang mit dem Wachstum des Gesamtaufwands von 1.6% von einer stabilen Staatsquote. Die FDP hingegen möchte die Staatsquote nicht nur stabil halten, sondern sogar senken. Eine tiefe Staatsquote bedeutet mehr Freiheit für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen. Die FDP wird sich bei der Beratung des AFP in der Februarsession genau dafür einsetzen. Den Freisinnigen ist aber auch wichtig zu betonen, dass Massnahmen auf kantonaler Ebene nicht zur Benachteiligung der Gemeinden führen dürfen: Verlagern heisst nicht sparen!

Ohne Vision kein Fortschritt

Der Kanton St.Gallen zeichnet sich finanzpolitisch vor allem durch reaktives Verhalten aus. Für eine gesunde Entwicklung brauchen wir aber eine aktive Finanzpolitik, ein visionäres Ziel. Die FDP will sich dafür stark machen, dass der Kanton St.Gallen alles daran setzt, langfristig zum Geberkanton zu werden. Natürlich liegt das nicht alles in der Hand der kantonalen Behörden und es gibt viele strukturelle Herausforderungen – aber ohne Vision gibt es keinen Fortschritt.

 

Populistisches Gesellenstück des Kantonsrates

Novembersession ist beendet – die FDP zieht eine durchzogene Bilanz

Die FDP zieht nach der Novembersession eine durchzogene Bilanz. Sie ist erfreut über die Beschlüsse zum Budget 2018, zur OLMA-Autobahnüberdeckung und zum Joint Medical Master. Sie bedauert aber im Gegenzug den Erlass des Verhüllungsverbotes.

Beim III. Nachtrag zum Übertretungsstrafgesetz (Verhüllungsverbot) hat sich der Kantonsrat erwartungsgemäss nicht mehr bewegt. Er hat in der Schlussabstimmung mit knapper Mehrheit der Nulllösung der SVP- und CVP-GLP-Fraktion zugestimmt. Da der Rat nicht auf den Vorschlag der FDP eingegangen ist, eine Durchsetzungsnorm vorzusehen, liegt nun ein Gesetz vor, das zu keiner einzigen Verurteilung führen wird. Beim erlassenen Verhüllungsverbot handelt es sich um populistische Symbolpolitik alleine für die Galerie. Die Fraktion bedauert die Entscheidung in hohem Masse. Für die FDP sind vollziehbare Gesetze das Mass aller Dinge. Sind Gesetze nicht vollziehbar, braucht man sie nicht zu erlassen. Den Nachtrag zum Volksschulgesetz hat die FDP indes in der Schlussabstimmung unterstützt.

Zufriedenstellendes Budget

Mit dem Resultat der Beratungen zum Budget 2018 ist die FDP zufrieden. Der Rat ist grossmehrheitlich den Anträgen der Finanzkommission gefolgt. Im Rahmen der Diskussion um die Streichung der Schulzeitung des Bildungsdepartements wurde der Regierung zudem der Auftrag erteilt, die Kommunikationsmassnahmen und Publikationstätigkeiten der einzelnen Departemente zu überprüfen und einheitlich zu strukturieren. Dadurch möchte der Kantonsrat eine zeitgemässe und zielgruppengerechte Kommunikation sicherstellen. Die FDP hat sich des Weiteren dafür stark gemacht, das Korsett beim Personalaufwand etwas zu lockern und neu auf 0.8% zu setzen.

Grosse Chance für unseren Kanton

Der Kantonsrat hat in erster Lesung auch den VI. Nachtrag zum Gesetz über die Universität St.Gallen (Joint Medical Master in St.Gallen) behandelt. Die Vorlage war unbestritten. Die FDP hat dies mit grosser Freude zur Kenntnis genommen. Stellt die Vorlage doch eine grosse Chance dar, den Kanton sowohl bildungs- als auch gesundheits- und wirtschaftspolitisch weiterzubringen. Durch die Schaffung dieses Lehrgangs können zum einen junge Fachkräfte in der Ostschweiz gehalten werden. Gleichzeitig wirkt die Ausbildung dem Ärztemangel entgegen. Die FDP ist zuversichtlich, dass die Vorlage auch in zweiter Lesung auf breite Zustimmung stösst.

Erweiterung schafft Impulse für gesamte Region

Ebenfalls auf der Traktandenliste stand der Kantonsratsbeschluss über einen Sonderkredit für die Überdeckung der Stadtautobahn in St.Gallen (Erweiterung Olma Messen St.Gallen). Die FDP ist über die klaren Mehrheitsverhältnisse im Kantonsrat zu Gunsten der OLMA erfreut. Eine Überdeckung der Autobahn und einen damit vorgesehenen Bau einer neuen Halle ermöglicht es den OLMA-Messen, sich baulich und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Das kommt nicht nur der Stadt, sondern dem ganzen Kanton zugute. Schliesslich gehen von den OLMA-Messen wichtige Impulse für den gesamten Wirtschaftsstandort Ostschweiz aus.

Verhüllungsverbot und Personalgesetz werden abgelehnt

Geschäfte der Novembersession sind vorbereitet

Die FDP wird sich gegen das unsinnige und zahnlose Verhüllungsverbot einsetzen. Diesen Entscheid hat die Kantonsratsfraktion der Partei an der gestrigen Sitzung in Sargans gefasst. Des Weiteren wird die FDP nicht auf den Nachtrag zum Personalgesetz eintreten. Sie ist der Meinung, dass mit besagter Vorlage den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der kantonalen Verwaltung global das Vertrauen entzogen würde. Zustimmen wird die FDP dem Budget 2018 unter Vorbehalt, dass der Rat den Anträgen der Finanzkommission folgt. Vorbehaltlos wird die Schaffung des Joint Medical Masters unterstützt.

Am Samstag, 18.November 2017, führte die Kantonsratsfraktion der FDP.Die Liberalen St.Gallen ihre Landsitzung zur Vorbereitung der Novembersession durch. Die Sitzung fand in den Räumlichkeiten der Kantonsschule Sargans statt. Im Zentrum der Beratungen standen das Verhüllungsverbot, das Personalgesetzt, das Budget 2018 sowie der Joint Medical Master.

Billiger Populismus von CVP und SVP

Der aktuelle Entwurf des III. Nachtrags zum Übertretungsstrafgesetz („Verhüllungsverbot“) sieht eine Nulllösung vor, die lediglich dazu dient, ein Problem zu bewirtschaften und keineswegs, es zu lösen. Der Bevölkerung wird regelrecht vorgegaukelt, man habe ein griffiges Verbot erlassen. Fakt ist: Die Vorlage ist ein Papiertiger und reine Symbolpolitik. Die gewählte Formulierung wird zu keiner Verurteilung führen. Die FDP hatte in der Septembersession einen durchsetzbaren Vorschlag gemacht. Dieser sah vor, dass Behörden gegenüber Personen, die sich weigern, ihr Gesicht zu zeigen, die gewünschte Amtshandlung verweigern können. Dies hat sowohl die CVP, als auch die SVP aus populistischen Motiven bekämpft. Die FDP wird diesen Nachtrag ablehnen. Der XIX. Nachtrag zum Volksschulgesetz wird hingegen unterstützt.

Keine Einführung von Misstrauensarbeitszeit

Der II. Nachtrag zum Personalgesetz sieht vor, die sogenannte Vertrauensarbeitszeit einzuführen und die Regelungen betreffend Kompensation- und Ferienbezug anzupassen. Die Vorlage geht auf die Motion 42.16.02 „Einführung der Vertrauensarbeitszeit und Beschränkung des Nachbezugs von Ferien“ zurück. Die FDP teilt zwar weiterhin die Zielsetzung der damals unterstützten Motion, betrachtet den vorliegenden Nachtrag sowie die Anträge der vorberatenden Kommission aber als unbrauchbar. Die Fraktion empfindet es als stossend, dass die Vorlage letztendlich zwar Regelungen für eine Einführung der Vertrauensarbeitszeit vorsieht, tatsächlich aber damit den Mitarbeitenden der Verwaltung jegliches Vertrauen entzieht. Dies, weil die Einführung der Vertrauensarbeitszeit mit ungenügenden Kompensations- und Ferienregelungen verbunden wäre. Die FDP wird deshalb nicht auf die Vorlage eintreten.

Wirtschaftlichkeit einzelner Spitäler aufzeigen

Die FDP erachtet das Budget 2018 als erfreulich und wird ihm unter Vorbehalt der Zustimmung des Rats zu den Anträgen der Finanzkommission auch zustimmen. Im Rahmen der Kommissionsarbeit hat die FDP unter anderem beantragt, dass der Beitrag zur Digitalisierung von alten Regierungsprotokollen gestrichen wird. Die Digitalisierung entspricht nicht einem tatsächlichen Bedürfnis der Staatskanzlei sowie der Departemente. Das Publikum für diese digitalisierten Texte wären vornehmlich Forschende. Inwiefern hier tatsächlich ein grundsätzliches Bedürfnis und insbesondere ein Bedürfnis an digitalisierten Protokollen besteht, ist mehr als fraglich. Die FDP hat zudem verlangt, dass Transparenz über die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Spitäler/Spitalregionen geschaffen wird und Informationen über die Nachhaltigkeit der Darlehen bzw. des Dotationskapitals der Spitäler zugänglich gemacht werden.

Erfreulich: Personalaufwand stagniert

Besonders erwähnenswert ist, dass der Personalaufwand beim Kanton nicht um mehr als 0.4% gestiegen ist. Gleichzeitig erkennt die FDP an, dass das der Regierung auferlegte Korsett vermutlich etwas gelockert werden muss. Ansonsten ist der Spielraum für die Regierung zu gering. Dies zeigt sich beispielsweise bei den Gerichten, bei denen ein Arbeitsstau festzustellen ist. Die FDP wir zustimmen, dass für die Bewältigung dieser Arbeit zusätzliches Personal eingestellt werden kann. Die Einstellung muss aber befristet erfolgen

Chance für die Ostschweiz

Den VI. Nachtrag zum Gesetz über die Universität St.Gallen (Joint Medical Master in St.Gallen) erachtet die FDP als Chance für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort St.Gallen. Der neue Lehrgang ermöglicht es, gut ausgebildetes Personal im Kanton zu behalten und gleichzeitig auch dem Ärztemangel entgegenzuhalten. Die Schaffung dieses Lehrgangs ist also sowohl volkswirtschaftlich, gesundheitspolitisch als auch bildungspolitisch sinnvoll. Allfällige Bedenken, die Einführung dieses Programmes könnte das internationale Ranking der HSG negativ beeinflussen, wurden ausgeräumt. Es ist sogar denkbar, dass zukünftige Veröffentlichungen in renommierten Medizinzeitschriften vielmehr einen positiven Effekt auf die Positionierung der HSG haben werden.

In eigener Sache

Die FDP veröffentlicht zukünftig nach Fraktionssitzungen oder zu anderen Gelegenheiten auf Facebook Video-Botschaften. Eine erste Botschaft von Fraktionspräsident Beat Tinner finden Sie hier: www.facebook.com/fdpsanktgallen

Vernehmlassung zu Bericht und Entwurf des Bildungsdepartements über einen «Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive»

Sehr geehrter Herr Regierungsrat

Namens der FDP.Die Liberalen St.Gallen danken wir für die Möglichkeit, im Rahmen der bis 31. Oktober 2016 dauernden Vernehmlassungsfrist zum Projekt «Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive» Stellung nehmen zu können. Wir danken für den Bericht samt Entwurf des Bildungsdepartements ebenso für den ausführlichen Expertenbericht mit Analyse und Vorschlag für den Mitteleinsatz.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Massnahmen gegen den Fachkräftemangel und zum Aufbau von digitalen Kompetenzen sehr begrüssenswert sind. Eine Vernetzung von Bildung und Wirtschaft ist dabei zentral. Die FDP sagt deshalb im Grundsatz ja zur IT-Bildungsoffensive. Dies jedoch nur unter folgenden Auflagen:

  • Eine spürbare und messbare Verbesserung scheint durch die vorgelegte IT-Bildungsoffensive nicht automatisch gegeben. Dafür fehlen trotz der erwähnten Zielsetzungen klar formulierte Massnahmen. Hier muss die Vorlage nachgebessert werden.
  • Bereits bestehende Lehrgänge, z. B. an den Höheren Fachschulen, sind in der Vorlage nicht berücksichtigt. Die FDP erachtet diese Bildungsinstitutionen aber ebenfalls als zentral. Eine Umsetzung von Bildungsmassnahmen lassen in diesen Bereich hohe Effekte erwarten. Die Höheren Fachschulen sind demnach in der Vorlage ebenfalls zu berücksichtigen.
  • Den Stärken des dualen Bildungssystems wird zu wenig Rechnung getragen. Die notwendige basalen IT-Kenntnisse müssen bereits in der Volksschule sowie auf der Sekundarstufe II vermittelt werden. Dafür gilt es aber – vor der entsprechenden Umsetzung von Massnahmen im Rahmen des diskutierten Sonderkredits – Fehler aus der Vergangenheit auszuräumen, so z. B. strukturelle Probleme. In der Vorlage ist ein klarer Fokus auf die Berufsbildung und die darauf vorbereitende Sekundarstufe I zu legen. Denn auch künftige Lehrabgänger sind bei der Beseitigung des Fachkräftemangels von grosser Wichtigkeit.
  • Der Entwurf der Regierung will primär in Institutsstrukturen investieren bzw. neue Forschungsinstitute schaffen. Dies ist kritisch zu hinterfragen. Die FDP ist der Überzeugung, dass vor allem in Ausbildungsleistungen investiert werden muss.
  • Die finanziellen Folgen werden im Entwurf der Regierung nur ungenügend aufgezeigt. Der Bericht spricht zwar von jährlichen Belastungen im Kantonsbudget von 4.4 Millionen Schweizer Franken, berücksichtigt aber die Folgekosten u. a. für die Gemeinden/Schulgemeinden nicht. Insbesondere die hohen Kosten sind für die FDP vor dem Hintergrund relevant, dass der AFP 2018-2020 schon ohne die IT-Bildungsoffensive mit einem jährlichen Aufwandüberschuss von 30-52 Millionen Schweizer Franken rechnet.

Um unseren Standpunkt zu unterstreichen, überlassen wir Ihnen nachfolgend einen Auszug aus der Diskussion unserer zuständigen Fachausschüsse. Die Diskussion wurde – in Ermangelung konkreter, vom Bildungsdepartement gestellter Vernehmlassungsfragen – anhand selbst formulierter Kernfragen geführt:

Grundsätzliches

  1. Überlegungen aus der Sicht der Wirtschaft: Ist der Bedarf an IT-Ausbildung so gross, dass sich ein Sondereffort seitens Kanton rechtfertigen lässt? Kann damit auch eine spürbare/messbare Verbesserung erzielt werden?

Eine spürbare und messbare Verbesserung scheint durch eine IT-Bildungsoffensive nicht automatisch gegeben, zumal die reine Nutzung von IT-Mitteln zur Basisbildung gehören muss. Interessant ist insbesondere die kreative Nutzung der IT für neue innovative Lösungen und Produkte.

Wir gehen davon aus, dass die basale Nutzung von Informatikmitteln und der breit eingeführten Office-Produkten für die überwiegende Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen der Volksschule bereits heute weitgehend gewährleistet ist, bzw. mit der Einführung des LP 21 Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Ein effektives Manko scheint uns hier nicht gegeben. Eine spürbare Verbesserung würde erwartet, wenn gut fokussierte Massnahmen in relevanten Bereichen der Sekundarstufe I (Verstärkung der Stundendotation für IT-Unterricht), der Berufsbildung und der Mittelschulen (Verstärkung der MINT-Fächer) einerseits und den Studien auf Tertiärer Stufe (Höhere Fachschulen, Fachhochschule, Universität) andererseits ergriffen werden. Die Höheren Fachschulen fehlen im Entwurf der Regierung.

  1. Überlegungen aus kantonaler Sicht: Sind die 75 Millionen Schweizer Franken über 8 Jahre bei einem Jahresbudget ca. 5 Milliarden Schweizer Franken tragbar?

Bericht und Entwurf zeigen zu wenig auf, welches die finanziellen Konsequenzen der Gewährung eines so bedeutenden Sonderkredits für den Aufgaben- und Finanzplan der Regierung sein werden. Der AFP 2018-2020 rechnet schon ohne die IT-Bildungsoffensive mit jährlichen Aufwandüberschüssen von 30-52 Mio. CHF jährlich. Mit in die Überlegungen einzubeziehen ist, welche Kosten zusätzlich auf die (Schul-)Gemeinden zukommen können.

  1. Überlegungen aus der Sicht der Gesellschaft: Entsteht aus der IT-Bildungsinitiative ein spürbarer/messbarer Nutzen für die Gesellschaft?

Eine erfolgreiche Umsetzung der IT-Bildungsoffensive lässt eine bessere Positionierung des Kantons in Bezug auf Forschung und Austausch von Innovationen und innovativen Arbeitskräften erhoffen.

Zum Vorschlag der Regierung

  1. Sind Schwerpunkte, Leitlinien und Massnahmen richtig gesetzt?

Die Schwerpunkte 2-4 werden von uns gut verstanden. Sie erscheinen uns geeignet, um mit fokussiertem Mitteleinsatz direkt relevante Ergebnisse (Absolventen der Höheren Berufsbildung, der Höheren Fachschulen sowie von FHO und HSG) zu erzielen. Der Aufbau eines Zentrums für IT-Bildungsfragen an der PHSG und die offenbar als nötig erachtete Nachqualifikation von Lehrpersonen (eine Begründung für diesen expliziten Bedarf bleibt der Bericht u. E. schuldig) gehört eigentlich in den Grundauftrag der Volksschule und deren Trägern. Aufgrund der trotz der Höhe des angedachten Sonderkredits beschränkten Mittel stellt sich für uns die Frage nach einer stärkeren Fokussierung. Wir beurteilen darum den Schwerpunkt 1 teilweise kritisch, insbesondere bezüglich der Frage, ob die dort angedachten Massnahmen Teil der IT-Bildungsoffensive sein sollen. Andererseits sind wir durchaus der Auffassung, dass Anstrengungen auf der Zuliefererstufe (Primarschule, Sekundarstufe I) nötig sind. Allerdings sollen Fehler der Vergangenheit unabhängig vom Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive ausgeräumt werden bzw. sollen strukturelle Probleme nicht via Sonderkredit gelöst werden.

Zusatzbemerkung: Wenn tatsächlich ein Leitmedienwechsel auch im Kanton St.Gallen angestrebt wird, ist die Aufgabe kantonaler Lehrmittelverläge (die u. a. eigene Druckereien betreiben) zu hinterfragen.

  1. Ist die Aufteilung auf die verschiedenen Bildungsstufen gerechtfertigt? Wäre eine Verschiebung nach unten oder oben oder eine Konzentration sinnvoller?

Wir sind der Auffassung, dass die Schwerpunkte auf der Ebene Fachhochschule und Universität richtig gesetzt sind und auch die Vernetzung mit der Wirtschaft besondere Anstrengungen verdient. Aus unserer Sicht fehlt ein Fokus im Bereich der Berufsbildung (und auch in der darauf vorbereitenden Sekundarstufe I). In allen Berufsfeldern (von Forstwart über die Pflegefachpersonen bis zu den Landwirten, um nur einige Berufe zu nennen, an die vielleicht nicht automatisch gedacht wird) sollten Anstrengungen unternommen werden, um IT-Prozesse, Software etc. als unersetzlichen Teil des beruflichen Handwerkzeugs zu erkennen und einzusetzen. Davon erhoffen wir uns einen echten Schub in der Praxis, wo so ausgebildete Personen zum Einsatz kommen und «on the job» auch neue Lösungen entwickeln werden.

  1. Kann mit den jeweils zugeteilten Budgets eine massive Verbesserung erzielt werden? Braucht es eher mehr oder eher weniger Mittel? Wie beurteilen wir das Kosten-Nutzen-Verhältnis des beantragten Sonderkredits?

Die Herleitung erscheint uns nachvollziehbar, insbesondere, wenn unsere vorherigen Bemerkungen Berücksichtigung finden. Im Schwerpunkt 1 jedoch scheint uns die Wirkung eines neuen CAS nicht überzeugend. Wir vermuten, dass ein neues CAS nicht befähigtere Lehrpersonen hervorbringt, sondern v. a. bereits IT-affine Lehrpersonen weiter stärkt. Es ist auf breitere Wirkung zu achten. Es braucht zudem eine grosse Zahl echter Motivatoren für Belange der MINT-Fächer und nicht eine oberflächliche «Nachqualifikation».

  1. Profitieren die Schüler/Studenten oder eher die Institute?

Der Expertenbericht (Liste der Mitwirkenden) zeigt das grosse Gewicht von Verwaltung und Bildungsinstitutionen bei der Erarbeitung der Massnahmen. Es entsteht der Eindruck, dass die Bestellung massgeblich von den mit der Ausführung beauftragten Institutionen erarbeitet wurde. Es fehlt uns die wirklich unabhängige Sicht insbesondere auch ausserkantonaler und im IT-Bereich erfolgreicher Unternehmen und Institutionen. Uns scheint, dass eher die Institute profitieren, da die konkreten Massnahmenvorschläge auch dort angesiedelt sind. Kritisch zu hinterfragen ist darum die Wirkung, welche die Mittel für Forschung tatsächlich haben werden. Es soll nicht in Institutsstrukturen, sondern in Ausbildungsleistung investiert werden.

  1. Entfaltet der Vorschlag genügend regionale Wirkung?

Bei den Massnahmen auf Stufe Universität muss von einem Abgang von hier ausgebildeten Absolventen/innen in andere Kantone und Länder ausgegangen werden. Dieser Mangel an fokussierter regionaler Wirkung wird möglicherweise kompensiert durch die positiven Effekte der Kooperation der Studierenden und Dozierenden. Bei den Massnahmen auf Stufe FH und Berufsbildung gehen wir von einer hohen regionalen Wirkung aus, obwohl auch hier Abgänge in andere Kantone nicht auszuschliessen sind. Da die FH und die Berufsbildung explizit mit der lokalen Wirtschaft zusammenarbeiten, wird ein positiver Effekt grundsätzlich erwartet.

  1. Welche Änderungen müssten vorgenommen werden, um die Wirkung zu verbessern?

Siehe oben. Es ist zudem zu prüfen, inwieweit es angezeigt ist, mit Blick auf künftige Entwicklungen auch auf standortunabhängig abrufbare Ausbildungsangebote zu setzen.

Insgesamt vertreten wir die Auffassung, dass mit der IT-Bildungsoffensive die Knappheit an Fachkräften nicht gelöst ist und die grundlegende Veränderung der Interessenhaltung gegenüber diesen Fachbereichen noch nicht erzielt ist. Immerhin aber ist es eine Chance, Verbesserungen zu erreichen. Bei allen Anstrengungen ist eine Vernetzung von Bildung und Wirtschaft (Schwerpunkt 4) für uns von grosser Wichtigkeit.

Für die Berücksichtigung unserer Argumente danken wir Ihnen.

 

Freundliche Grüsse
FDP.Die Liberalen St.Gallen

Raphael Frei                                                               Beat Tinner
Kantonalpräsident                                                       Fraktionspräsident