Zukunft der St.Galler Hochschulen diskutiert

 Klausurtagung der FDP-Kantonsratsfraktion in Wildhaus
Im Rahmen ihrer diesjährigen Klausurtagung hat sich die FDP-Fraktion vertieft mit den St.Galler Hochschulen befasst. Dank der Unterstützung hochkarätiger Referenten konnten die Kantonsrätinnen und –räte ihr Fachwissen erweitern.

Im Zentrum der traditionellen Klausurtagung in Wildhaus standen die Universität sowie die Fachhochschule St.Gallen/Fachhochschule Ostschweiz. Deren aktueller Stand, die künftigen Herausforderungen sowie der mittelfristige Handlungsbedarf wurden während zweier Tage von kompetenter Seite präsentiert und intensiv diskutiert.

Beträchtliche Kosten, aber auch hohe Wertschöpfung

Der Freitag diente vorab der Auslegeordnung des Themas. Thomas Bieger und Sebastian Wörwag, die Rektoren der Universität St.Gallen bzw. der Fachhochschule St.Gallen, gewährten eine Innensicht in ihre Institutionen und verwiesen auf deren Bedeutung für den Wirtschaftsstandort St.Gallen. So dienen die Hochschulen als Produzenten und Magnete für Talente, was im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Unternehmen in strategischer Hinsicht zentral ist. Einerseits verursachen die Hochschulen dem Kanton beträchtliche Kosten, diese seien aber in Relation zur erzielten Wertschöpfung zu setzen. „Wir sollten in diesem Zusammenhang von einer Kosten- zu einer Investitionssichtweise gelangen“, sagte Sebastian Wörwag. Um im internationalen bzw. interkantonalen Wettbewerb bestehen zu können, wünschen sich beide Rektoren mehr Autonomie. „Für die Universität wäre dies ein wichtiges Signal, um nach Möglichkeit weitere Drittmittel aus der Privatwirtschaft zu generieren“, so Thomas Bieger.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten sowie Mathias Gabathuler und Stephan Wurster, den Rektoren der Kantonsschulen am Brühl St.Gallen bzw. Sargans, wurde der Themenfokus erweitert. Ausgehend von FDP-Bildungspapier wurden die gegenseitigen Erwartungen der Schulträger, das Spannungsfeld zwischen dualem Bildungssystem und einer tiefen Maturitätsquote sowie die Durchlässigkeit der einzelnen Ausbildungswege diskutiert.

Kanton hat Koordinationsbedarf

Am Samstag war die Reihe an Regierungspräsident und Bildungsdirektor Stefan Kölliker sowie Baudirektor Willi Haag. Beide präsentierten in ihren Referaten einen Überblick über die laufenden Projekte im Hochschulbereich. Anhand der Konkordate im Fachhochschulwesen zeigte Kölliker auf, dass der Kanton aufgrund von Kostenüberlegungen seinerseits einen regen Bedarf nach Mitsprache hat. Willi Haag wiederum gab den Anwesenden einen Überblick über die anstehenden Bauprojekte im Hochschulbereich. Ferner legte er den Fokus auf die zahlreichen und mitunter problematischen Mietlösungen, mit denen einzelne Schulträger ihre Platzprobleme lösen müssten.